Der Schutz und Erhalt von Denkmalen stellt in Brandenburg eine gewaltige Aufgabe dar. Nach Angaben des Denkmalamtes stehen derzeit gut 13 000 "Positionen" unter Schutz, was einzelne Gebäude oder ganze Parkensembles einschließe. Dazu kämen rund 10 000 Bodendenkmale, und obendrein würden derzeit noch Zehntausende Objekte auf ihre Schutzwürdigkeit hin geprüft. Der Aufwand für die Bewahrung des historischen Erbes kostet Millionen.

Von 1991 bis 2012 wurden laut Potsdamer Bauministerium im Programm "Städtebaulicher Denkmalschutz" rund 660 Millionen Euro bewilligt. Einschließlich der kommunalen Eigenanteile stünden damit 818 Millionen Euro bis 2016 zur Verfügung. Allein im Programmjahr 2013 seien es rund 20 Millionen Euro.

Die Federführung liegt beim Kulturministerium, das Land und die Kommunen sind finanzielle Träger. Einen umfassenden Blick auf Brandenburgs steinerne Zeitzeugen gewährt traditionell der Tag des offenen Denkmals am 8. September, der in diesem Jahr unter dem Motto steht "Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale?". Zwischen Elbe und Oder stehen dann nach Angaben der Deutschen Stiftung Denkmalschutz 370 Denkmale in rund 140 Orten offen - mit 25 die meisten in der Landeshauptstadt Potsdam, gefolgt von Brandenburg (Havel) (18).

Offiziell eröffnet wird der Tag des offenen Denkmals in Brandenburg von Kulturministerin Sabine Kunst (parteilos). Kunst kommt zum Hüttenwerk in Peitz (Spree-Neiße), das seit 2010 den Status eines "National wertvollen Kulturdenkmals" hat. Es diente den brandenburgischen Kurfürsten vom 16. Jahrhundert an als Waffenschmiede und beherbergt heute eine Fischerei sowie zwei Museen.

Seit 1935 steht der Gebäudekomplex unter Denkmalschutz. Die beiden Eigentümer, die Fischereigesellschaft und die Stadt Peitz, mussten Kompromisse hinsichtlich Nutzung, Sanierung und Finanzierung finden. "Darum kann das Werk gewissermaßen als unbequemes Denkmal angesehen werden", erklärt der Fördervereinsvorsitzende des Werkes, Dietrich Kunkel.

Die Fischereigesellschaft habe in den letzten drei Jahren über 180 000 Euro in das Objekt investiert. In diesem Jahr sollen weitere 144 000 Euro folgen.

Eine heikle historische Stätte ist der sowjetische Ehrenfriedhof in Senftenberg. Der Friedhof werde von der Öffentlichkeit derzeit nicht als Denkmal wahrgenommen, heißt es im Rathaus der Stadt. Pflanzen verdeckten die Sicht auf die im Frühjahr 1975 zum Ehrenmal umgestaltete Gräberstätte. Die Stadt ist aufgrund eines deutsch-russischen Abkommens zur Kriegsgräberfürsorge zum Erhalt der Anlage verpflichtet. Am 8. September sollen die Bürger über die Geschichte und geplante Sanierung des Friedhofs informiert werden.

Als weitere "unbequeme" Denkmale sind am 8. September Industriebauten wie die Papierfabrik in Sieversdorf-Hohenofen (Ostprignitz-Ruppin) oder auch Relikte der DDR-Vergangenheit wie das Kulturhaus in Plessa (Elbe-Elster) zu besichtigen. Im vergangenen Jahr nutzten nach Angaben der Stiftung bundesweit rund 4,5 Millionen Menschen den Tag des offenen Denkmals.