Deshalb würden viele Menschen - unter ihnen Frauen mit neugeborenen Babys - im Freien übernachten und versuchen, sich an offenen Feuern zu wärmen, schilderte die UNHCR-Europabeauftragte Diane Goodman. Spannungen zwischen Flüchtlingen und der ortsansässigen Bevölkerung sowie der Polizei hätten zugenommen. "Lesbos wird immer mehr zu einem Epizentrum der Krise", sagte Goodman. Je näher der Winter rücke, desto größer werde die Sorge, dass die Probleme überhandnehmen.

Derzeit erreichten täglich etwa 3300 Bootsflüchtlinge Lesbos. Von dort werden sie mit Fähren zum Festland gebracht. Die meisten versuchen, nach Westeuropa zu gelangen. Von den rund 660 000 Flüchtlingen, die seit Anfang des Jahres nach Griechenland gelangten, kamen nach Angaben des UNHCR mehr als die Hälfte auf der Insel Lesbos an.