„Wir gehen davon aus, dass die Situation sich noch verschlechtert“, sagte Elizabeth Byrs vom UN-Büro zur Organisation Humanitärer Maßnahmen (OCHA) am Mittwoch dem Rundfunksender BBC.

In einer am Mittwoch vom Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) in Nairobi veröffentlichten Mitteilung wird mittlerweile von bis zu 1,5 Millionen Menschen in West-, Zentral- und Ostafrika ausgegangen, die von der Flutkatastrophe bedroht sind. WFP habe sich mit den Regierungen der mehr als einem Dutzend betroffenen Länder zusammengeschlossen, um die Verteilung von Lebensmitteln an die Menschen zu koordinieren.

Derzeit würden dringend Gelder für den Kauf von Lebensmitteln benötigt, hieß es weiter. Allein im ostafrikanischen Uganda benötigt WFP 65 Millionen Dollar (etwa 47 Millionen Euro), um rund 300 000 Flutopfer in den kommenden sechs Monaten zu ernähren. Dort sind bereits nach Regierungsangaben mindestens 20 Menschen in den Fluten umgekommen. Im besonders schwer betroffenen westafrikanischen Ghana wollen mehrere UN- Organisationen so schnell wie möglich mit der Katastrophenhilfe starten. In Togo, wo mehr als 30 000 Häuser von den Fluten zerstört wurden, werden ebenfalls dringend Lebensmittel gebraucht. Allein eine halbe Million Menschen leide im Sudan unter der schlimmsten Flut seit Menschengedenken, hieß es.

Weltweit wurde zu Spenden für die Flutopfer aufgerufen. In Deutschland haben unter anderem die Caritas und die Deutsche Welthungerhilfe Soforthilfe in Form von Lebensmitteln, Decken, Tinkwasser und Kleidung organisiert. Kurt Lange, der Regionalkoordinator der Welthungerhilfe in Uganda, erinnerte daran, dass die Flut in Uganda besonders die Menschen trifft, die nach blutigem Bürgerkrieg zwischen Regierung und der LRA-Milizen endlich in ihre Heimat zurückkehren konnten. Nun müssten sie „in die Flüchtlingslager zurückkehren, die sie im vergangenen Jahr endlich verlassen konnten“. „Die Menschen hatten in ihren Dörfern gerade wieder Fuß gefasst, da kam die Flut.“