"Der Abschuss von Wölfen bleibt grundsätzlich verboten”, betont Kupfer. Ausnahmen gebe es auch zukünftig nur in Notsituationen. Seit Jahren sorgt die Rückkehr des Wolfes nach Sachsen für hitzige Diskussionen. Den einen gilt das Comeback der einst ausgestorbenen Tierart als ökologische Sensation, die anderen fühlen sich und ihre Nutztiere bedroht. Nach den Plänen des Ministers könnte die Gesetzesnovelle ab 2012 in Kraft treten. Er sei sich bewusst, dass dies kritische Debatten auslösen könnte. Doch er wolle die Jäger als Naturschützer "moralisch und finanziell stärker in die Verantwortung einbinden.” Der rechtliche Schritt sei "eine Chance, den Jagdverband in die Pflicht zu nehmen”. Zudem würden sich neben den schon beteiligten Experten deutlich mehr Menschen um die Erfassung und Kontrolle der Wolfspopulation kümmern. Mindestens fünf geschulte Jäger pro Landkreis sollten das laufende "Management” unterstützen.Der Landesjagdverband fordert bereits seit 2009 die Gesetzesänderung. "Der psychologische Effekt, die Jäger in den Prozess zum Schutz des Wolfes einzubeziehen, erhöht die Akzeptanz des Wolfes bei der Jägerschaft und in der Gesellschaft”, heißt es in einem offenen Brief vom Juli 2009. Eine Tierart, die den Jägern anvertraut sei, werde gleichberechtigt der Hege unterliegen wie andere Arten. Das Monitoring des Wolfes falle "selbstverständlich” mit an. Allerdings hoffen die Jäger darauf, das strenge Abschussverbot zu lockern. Auf Konflikte könne durch eine Aufhebung der Schonzeit schneller und kostengünstiger als mit einer bürokratischen Sonderstruktur reagiert werden. Eig. Ber./sh