„Ich vermisse die Einsicht, dass man mit Weiter-So und ein bisschen PR nicht weiterkommen wird - wir brauchen andere Fahrzeuge“, sagte der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), Jürgen Resch, am Mittwoch in Frankfurt am Rande der Automesse IAA. Der Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) sei bei den meisten Fahrzeugen noch immer zu hoch. „Die Milliarden, die in die Übermotorisierung gesteckt werden, müssen umgelenkt werden in umweltfreundliche Fahrzeuge“, forderte Resch.

Resch warf den Herstellern zudem vor, mit manipulierten Angaben zum Spritverbrauch zu werben. Tests hätten gezeigt, dass etliche Fahrzeuge in der Praxis bis zu 50 Prozent mehr Kraftstoff benötigten. Die Behörden müssten die Angaben systematischer Überprüfen und Verstöße ahnden. „Wir brauchen ehrlichere Angaben, um dem Verbraucher die Möglichkeit zu geben, sich für den Klimaschutz und die Schonung des Geldbeutels entscheiden zu können“, forderte Resch.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) betonte, die Branche zeige auf der diesjährigen IAA mit zahlreichen Neuheiten, „dass es ihr ernst ist mit dem Klimaschutz“. Dass es beim Spritverbrauch je nach individuellem Fahrverhalten Abweichungen von den Angaben der Hersteller geben könne, sei nicht überraschend.

Resch lobte, dass etliche Hersteller auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) Studien ökologischer Autos präsentieren. Es dominiere aber die „PS-Orgie“: „Mir fehlt das Feuerwerk an umweltfreundlichen Autos, die auf die Straße kommen.“ So biete Mercedes 81 Fahrzeuge an, die mehr als 210 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen, aber nur 2 unter 140 Gramm - das ist jener Durchschnittswert, zu dem sich die europäischen Hersteller für ihre Neuwagen bis 2008 selbst verpflichtet hatten. Audi habe 43 „Klimakiller“ im Programm und nur 4 Fahrzeuge mit unter 140 Gramm CO2-Emission. Bei BMW sei das Verhältnis 30 zu 15.