Tierhalter und Jagdpächter können ab sofort in Brandenburg Wolfsrisse online melden. Das Projekt laufe gemeinsam mit dem Forum Natur, teilte der Landesjagdverband am Mittwoch mit. Damit solle es gelingen, möglichst alle Wolfsrisse zu erfassen. Es gehe um verstärkte Aufmerksamkeit für die Vorfälle.

Auf der Internetseite finden Besucher zunächst das Bild eines Zähne fletschenden Wolfes. „Seit der Ausbreitung des Wolfs in Brandenburg sind landesweit 551 Schadensfälle an Nutztieren registriert worden“, steht darunter.

Kritiker des Wolfriss-Portals: „Reine Panikmache“

Mit dem Meldeportal werde nur Panikmache gemacht, kritisierte Christine Schröder, Landesgeschäftsführerin des Naturschutzbundes Brandenburg. Für Tierhalter sei es wichtig, gerissene Tiere beim Landesumweltamt zu melden. Nur dort könnten Entschädigungen beantragt werden.

Permanent steigende Zahlen von Vorfällen bedrohten die wirtschaftliche Existenz von Bauern und Tierhaltern in der Weidewirtschaft, sagt hingegen der Jagdverband. Menschen im ländlichen Raum würden zunehmend verunsichert. Der Landesjagdverband fordert in seiner Initiative „Wolf bleibt Wolf“ deshalb, die Lebensgrundlage der Menschen des ländlichen Raums besser zu schützen. Nach den Angaben wurden bislang landesweit 551 Schadensfälle an Nutztieren registriert. Die Dunkelziffer sei jedoch deutlich höher, hieß es.

Jagdverband zum Wolfriss-Portal: „Realität statt Märchen“

Unter dem Titel „Realität statt Märchen“ können Nutzer der Internetseite Risse melden und Fotos dazu hochladen. Auf einer Karte zeigt der Jagdverband, wo in den vergangenen Jahren Risse registriert wurden.

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