In der Wohnung befanden sich jedoch nur dessen Frau und sein vierjähriger Sohn. Das Kind wurde während der anschließenden Durchsuchung der Wohnung durch eine Polizistin in einem Nebenzimmer betreut.

Verwandte des Mannes, die anonym bleiben wollen, versicherten nun gegenüber der RUNDSCHAU, der 25-Jährige habe sich bereits von den Rockern getrennt gehabt. Sie kritisierten das gewaltsame Eindringen in die Wohnung als unverhältnismäßig und kündigten eine rechtliche Überprüfung des Einsatzes unter Zuhilfenahme eines Anwaltes an.

Die Polizei rechtfertigte den Einsatz damit, dass die Verbotsverfügung auch an den Peitzer gerichtet war und er als bewaffnet und gefährlich galt. Wie gefährlich Einsätze im Rockermilieu sind, zeigte im März 2010 ein Fall aus Rheinland-Pfalz. Als Beamte dort einen Angehörigen der Hells Angels festnehmen wollten, feuerte der zwei Schüsse durch die Tür und tötete damit einen SEK-Beamten. Der Rocker und seine Lebensgefährtin wurden anschließend ohne weiteren Waffeneinsatz überwältigt.

Das Landgericht Koblenz verurteilte den mutmaßlichen Täter zu achteinhalb Jahren Haft. Im November 2011 wurde dieser vom Bundesgerichtshof freigesprochen, weil er in Notwehr gehandelt habe.