Anlass ist ein Bericht der "Potsdamer Neuesten Nachrichten" (PNN), der darauf aufmerksam macht, dass sich ein Ausdruck des Zuwendungsbescheids, der aus Regierungskreisen an Medienvertreter verschickt wurde, deutlich von einer Kopie des Originals unterscheidet, den der Minister im Ausschuss an die Abgeordneten verteilte. So unterscheiden sich die Namen der Bearbeiter, Telefonnummern und Geschäftszeichen - und auch der Termin der Genehmigung des Förderbescheids. Dabei habe Minister Vogelsänger im Ausschuss davon gesprochen, dass die Daten im zentralen Verwaltungsinformationssystem des Landes nicht nachträglich verändert werden könnten. "Das stinkt", sagte der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Potsdamer Landtag, Axel Vogel.

Deutlicher noch wird die CDU: Die Christdemokraten werfen Vogelsänger "Datenfälschung" vor, einen Straftatbestand. "Das ist mittlerweile ein größerer Skandal als die Pro-Agro-Förderung an sich", sagte der CDU-Landes- und Fraktionsvorsitzende Ingo Senftleben. Nur durch genaues Hinschauen seien die Unterschiede in den Förderbescheiden bemerkt worden. "Man wollte uns und die Öffentlichkeit ein wenig täuschen." Der haushaltspolitische Sprecher der CDU, Steeven Bretz, erklärte, der Versuch von Vogelsänger, Aufklärung und Abwehr zu betreiben, sei nach hinten losgegangen.

"Ohne jede Not hat er sich in nur noch mehr Widersprüche verstrickt", so Bretz. Man wolle nun im Haushaltsausschuss erreichen, dass die Vorwürfe umfassend aufgearbeitet werden.

Das Landwirtschaftsministerium weist die Manipulationsvorwürfe zurück. Pressesprecher Jens-Uwe Schade erklärte gegenüber der RUNDSCHAU, er werde sein Mandat im Vorstand von Pro Agro ruhen lassen.