Im Kampf gegen die Spreeverockerung hat die Potsdamer Landesregierung Sofortmaßnahmen angekündigt. So soll das Wasser des Schlabendorfer Sees künftig nicht mehr durch die Wutritz in den Spreewald, sondern durch einen neu zu bauenden, 350 Meter langen Überleiter in den Lichtenauer See geleitet werden Das kündigte der Referatsleiter für Bergbau im Brandenburger Wirtschaftsministerium, Sven Cremer, am Mittwoch im Umweltausschuss des Landtags an.

Der Schlabendorfer See ist sehr gut gefüllt und droht überzulaufen. Das Wasser darin ist klar, enthält jedoch 130 Milligramm Eisen pro Liter, welches sich bei der Ableitung in Richtung Spreewald zu rostbraunem Eisenhydroxid umwandeln könnte. Die Belastung des Spreewaldes mit diesem "Ocker" würde sich erhöhen.

Allerdings steht der Lichtenauer See, der der Heinz-Sielmann-Stiftung gehört, teilweise unter Naturschutz. Vor einer Einleitung müsse deshalb das Einverständnis der Stiftung vorliegen, so Cremer. Wenn das erfolgt, könne bereits im April begonnen werden.

Ebenfalls im Frühjahr könne mit der Reaktivierung der Grubenwasserabsetzbecken in Vetschau begonnen werden. Geprüft werden müsse noch, das Mühlenfließ in ein vorhandenes Becken umzuleiten, sowie die Entsorgung des verockerten Schlamms.

Aus Sicht des Ministeriums müsse für die Sofortmaßnahmen ein zweistelliger Millionenbetrag veranschlagt werden. Die Maßnahmen seien mit Vertretern des Umweltministeriums, der lokalen Umweltämter und Vertretern des Aktionsbündnisses Klare Spree besprochen worden.

Auf scharfe Kritik stießen die Pläne zur Wasserumleitung in den Lichtenauer See beim CDU-Fraktionsvorsitzenden Dieter Dombrowski. "Es muss klar sein, was mit dem Schlamm danach passiert", so Dombrowski. Dagegen erklärte Umweltministerin Anita Tack (Linke), dass alle Pläne im Kampf gegen die Spreeverockerung "nach Recht und Gesetz" geschehen. Auch Bedenken des Ausschussvorsitzenden Michael Jungclaus (Grüne) zu einem drohenden Verlust des Biosphären-Status des Spreewalds wies Tack zurück. "Wir werden alles dafür tun, dass an diesem Status nicht gerüttelt wird."