Der Duft nach gebratenen Mandeln, Glühwein und Quarkkeulchen lässt einen in diesen vorweihnachtlichen Tagen warm ums Herz werden. Vor allem auf den Weihnachtsmärkten der Region herrscht wieder reges Treiben. Rund 90 Prozent der 770 Teilnehmer einer nicht repräsentativen LR-Umfrage bestätigen das und treffen sich vor allem an den Adventswochenenden in geselliger Runde auf ein Heißgetränk, zu süßen Leckereien oder deftigen Gerichten wie Bratwurst oder Steak.

Geschenkekauf im Advent

Doch es gilt nicht nur das Motto: "Ran an die Fleischtöpfe", die Adventszeit löst auch einen "Run auf die Geschenke" bei den Lesern aus. Die meisten Befragten kaufen in den vier Wochen vor Heiligabend ihre Präsente, die dann, liebevoll verpackt, für ein wenig Gemütlichkeit unter dem Tannenbaum sorgen oder nach den Feiertagen zurück in den Handel gehen und umgetauscht werden. Jeder Vierte sichert sich bereits im Laufe des Jahres Rabatt auf alle Rabatte und stürzt zum Kauf der Geschenke nicht erst am 23. Dezember los. Zwischen 100 und 300 Euro geben die meisten Befragten unter dem Strich aus. Jeder Fünfte sogar bis zu 500 Euro. Doch es gibt auch Leser, die nicht erst auf Weihnachten warten, um sich zu beschenken. "Wir feiern kein Weihnachten, sondern beschenken uns lieber im Laufe des Jahres, wenn uns danach ist", sagt ein Leser. Als spezieller Geschenktipp in diesem Jahr gilt bei vielen Lesern das von der RUNDSCHAU herausgebrachte Kochbuch "Lausitzer Lieblingsrezepte". Bereits 1500 Lausitzer wollen sich mit den kulinarischen Köstlichkeiten aus dem Buch über die Feiertage eine Freude bereiten und Gerichte nachkochen. Passend dazu auch der Tipp einer Leserin, doch mal einen Kochkurs zu verschenken.

Generell hatten die Lausitzer auch schon die kuriosesten Geschenkideen. Ein Leser beklagte vor einigen Jahren den Erwerb von 50 Kilogramm Nudeln, die vermutlich monatelang reichten. Ein anderer Leser kann es inzwischen im Bett ordentlich klingeln lassen - indem er seinen Nikolausslip mit Glöckchen zum Einsatz bringt. Auch Schubkarren, Strümpfe mit Löchern und eine Sense lagen bei dem einen oder anderen schon unter dem Weihnachtsbaum. Oder ein Gutschein für eine Dampflok zum selber fahren. Etwas Unverständnis löste ein geschenkter Fallschirmsprung bei einem Leser aus. Der Mann hat Höhenangst. Eine Leserin zeigte sich verwundert beim Geschenk eines Konsolenspiels. Sie besitzt nämlich gar keine Spielkonsole. Wie es in einem anderen Fall der Weihnachtsmann fertiggebracht und eine Orgel in die Wohnung eines Lesers geschleppt hat, ist völlig unklar. Auch in der Zeit wurde sich schon mal geirrt: Ein Leser beklagte sich über einen geschenkten Schokoladenosterhasen. Quasi ein falscher Hase zum Weihnachtsfest.

Apropos Essen: Für den Lausitzer gehören Heiligabend möglichst einfache Gerichte auf den Tisch: Eine spartanische Bockwurst mit Senf und Kartoffelsalat, und die meisten sind zufrieden. Lediglich zehn Prozent schwören am 24. Dezember auf Schaschlik oder Pökelkamm sowie auf Fischgerichte wie Forelle oder Karpfen blau, sind es nach dem fünften Glühwein aber meist auch selber. Wenn sich der Hausherr seine zehnte geschenkte Krawatte umbindet und Opa dann noch für einen Stromausfall der Tannenbaumkerzen sorgt, weil er seine Schallplatte hören will und alle Steckdosen blockiert, bleibt kein Auge trocken, und es wird so richtig gemütlich.

Bedeutung von Weihnachten

An den Feiertagen nimmt der Gänsebraten bei den Gerichten den Spitzenplatz in Lausitzer Küchen ein. Etwa 40 Prozent schwören auf das Schnattervieh. Entenbraten steht auf Platz 2 der Liste - jeder Dritte befürwortet diese Mahlzeit. Pute und Kaninchen folgen auf den Plätzen. Etwa zehn Prozent sehen gern Lamm, Kassler oder Schweinebraten auf ihren Tellern. Hauptsache, es schmeckt!

Doch das Weihnachtsfest ist nicht nur zum Essen da. Für 86 Prozent der Umfrageteilnehmer steht die Familie absolut im Vordergrund. Rund zehn Prozent mögen Urlaub oder Freizeit in diesem Zeitraum. Als freudige Kirchgänger kann man die Lausitzer eher nicht bezeichnen. 80 Prozent gehen Weihnachten selten oder nie in ein Gotteshaus.

Wenn es um auf das Fest zugeschnittene Werbung in den Medien geht, sind die meisten Befragten genervt, "denn Weihnachten besteht nicht nur aus Geschenken", sagt ein Leser. Jeder Fünfte interessiert sich gar nicht dafür. Manche empfinden Weihnachtswerbung auch als viel zu verfrüht und zu häufig ausgestrahlt. "Man wird mit dem Thema Weihnachten in der Fernsehwerbung oder in den Geschäften bereits ab September dermaßen überschüttet, dass ich das Wort Weihnachten schon nicht mehr hören kann", sagt eine Leserin. Die Meinung hat auch ein anderer Leser: "Der Verkauf von Weihnachtsartikel sollte erst in der Adventszeit beginnen. Mit der Weile ist der Sinn des Festes durch den Kommerz fast versaut worden. Langsam fragt man sich, ob Weihnachten den Leuten auch noch mehr bedeutet als kaufen und verkaufen." Wiederum andere sind nicht ganz so skeptisch und betrachten die Werbung als Anregung für den Geschenkekauf. Ideen dazu holen sich viele im regionalen Facheinzelhandel und in Internetshops. "Kommt auch immer auf die Qualität der Werbespots an", sagt ein Leser.

Zum Thema:
Die LAUSITZER RUNDSCHAU hat ein Umfrage-Center ins Leben gerufen, um mehr über die Gewohnheiten der Lausitzer und deren Meinung zu wichtigen Themen der Region zu erfahren. Abrufbar ist es unter umfrage.lr-online.de. Mit der Teilnahme an Befragungen können wertvolle Prämienpunkte gesammelt und gegen Kino- oder Einkaufs-Gutscheine eingetauscht werden. Das Mitmachen ist kostenlos: Man lässt sich einmalig über eine Basisumfrage registrieren, erhält ein Passwort und ist exklusives Mitglied. Die Registrierung erfolgt unter: umfrage.lr-online.de