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| 02:39 Uhr

Umfrage: Terror schürt Sorgen

München. Nach den Terroranschlägen der vergangenen zwei Jahre fühlt sich jeder Zweite in Deutschland unsicherer als zuvor. Tendenziell ist die Unsicherheit im Osten etwas größer, hier sind es 53 Prozent, im Westen 50 Prozent. bob/dpa

Das ergab eine Umfrage des Instituts YouGov Deutschland im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur. Frauen reagierten erheblich besorgter als Männer. 57 Prozent fühlten sich etwas oder deutlich unsicherer, bei den Männern waren es nur 44 Prozent. Immerhin 40 Prozent der Befragten - 46 Prozent der Männer und 35 Prozent der Frauen - gaben an, ihr Sicherheitsgefühl sei unverändert.

Mehr als die Hälfte der Bundesbürger (56 Prozent) glaubten, dass die Menschen lernen müssen, mit Terroranschlägen in Deutschland zu leben. Die künftige Anschlagsgefahr schätzen die meisten als hoch ein. Vier von fünf Menschen (84 Prozent) sehen eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass islamistische Extremisten in den nächsten zwölf Monaten in Deutschland ein Attentat verüben. Jeder Zweite (50 Prozent) rechnet mit rechtsextremen Anschlägen. 43 Prozent halten Gewalttaten seitens Linksextremer für möglich.

Dabei gibt es Unterschiede zwischen Ost und West: Während im Osten (47 Prozent) die Gefahr eines rechten Anschlags niedriger eingeschätzt wird als im Westen (51 Prozent), ist das Verhältnis bei den linksmotivierten Anschlägen umgekehrt (Ost: 47 Prozent/West: 43 Prozent). Die Befragung fand allerdings vor den Krawallen beim G20-Gipfel in Hamburg statt.

Wachsende Terrorgefahren stellen höhere Anforderungen auch an die Polizei. Sachsen hat seine Polizei aufgrund der steigenden Anforderungen um 1000 Beamte aufgestockt.

In der Ausbildung befinden sich derzeit 600 Bewerber jährlich, ab 2018 sollen es 700 sein. Auch in Brandenburg wurde die Polizeireform revidiert. Laut Polizeipräsidium in Potsdam sind es derzeit 7220 Stellen. 100 Jobs wurden gerade zur Direktbesetzung bewilligt, erklärte Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke am Freitag.