(dpa/chw) Das wichtigste Problem in Sachsen ist nach Meinung der Bürger die Bildung und der Lehrermangel. Das geht aus dem „Sachsen-Monitor“ für 2018 hervor, den die Staatsregierung jetzt in Dresden vorgestellt hat. Danach hat die Bewältigung der Bildungs- und Lehrerprobleme für 20 Prozent der Bevölkerung oberste Priorität. Dies sind sieben Prozent mehr als bei der repräsentativen Umfrage vor einem Jahr.

Auf Platz zwei der Rangliste stehen Arbeitslosigkeit und Wirtschaftsförderung mit 17 Prozent (+3). Dicht dahinter folgen Fragen zur Asylpolitik und zu Ausländern (16 Prozent), die in der Studie zu einem Thema zusammengefasst wurden. Wie 2017 sind 56 Prozent der Bevölkerung der Meinung, Deutschland sei durch „die vielen Ausländer in einem gefährlichen Maß überfremdet“.

Trotz hoher Lebenszufriedenheit sind in Sachsen Ressentiments vor allem gegen Ausländer und Muslime weit verbreitet. Etwa jeder Zweite hält Deutschland für „überfremdet“. Deutlich wird vor allem Rassismus gegenüber Muslimen oder Sinti und Roma, aber auch Antisemitismus. Der Chef der Staatskanzlei, Oliver Schenk, sprach von einer „Schattenseite“ der Studie. Er verwies darauf, dass feindselige Haltungen nicht nur ein sächsisches Problem seien.

Mit dem Sachsen-Monitor lässt die Landesregierung seit 2016 alljährlich politische Einstellungen und die Lage der Demokratie im Freistaat ermitteln. Diesmal hatte dimap im Sommer 1011 repräsentativ ausgewählte Erwachsene befragt – vor den Ausschreitungen in Chemnitz, nachdem ein 35-jähriger Deutscher mutmaßlich von Asylbewerbern erstochen worden war.

Zugenommen hat die Ablehnung von Sinti und Roma, Muslimen und Juden. So hätten 57 Prozent (2017: 49) Probleme mit Sinti und Roma in ihrer Gegend und 41 Prozent (2017: 38) waren der Ansicht, dass Muslimen die Zuwanderung verboten werden sollte. Gut jeder Fünfte hat Vorurteile gegenüber Juden und 16 Prozent sehen die Deutschen anderen Völkern als überlegen an.

Insgesamt sind die Sachsen mit den eigenen Lebensumständen und der wirtschaftlichen Situation zufrieden. „75 Prozent schauen positiv in die Zukunft“, sagte dimap-Geschäftsführer Reinhard Schlinkert. Weiterhin groß seien die Sorgen vor einer Zunahme der Gegensätze zwischen Arm und Reich sowie dem Verlust des Zusammenhalts in der Gesellschaft, und dass die Rente nicht zum Leben reicht.