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| 12:07 Uhr

RUNDSCHAU-Umfrage
Klare Mehrheit für Lkw-Fahrverbot auf B 169

Gut 1000 Lkw verkehren täglich über die B 169. Für die lärmgeplagten Anwohner – hier in Kein Oßnig – sollen sie auf die Autobahnen gezwungen werden. Foto: Ch. Taubert
Gut 1000 Lkw verkehren täglich über die B 169. Für die lärmgeplagten Anwohner – hier in Kein Oßnig – sollen sie auf die Autobahnen gezwungen werden. Foto: Ch. Taubert FOTO: Ch. Taubert / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Cottbus. Der Ortsumfahrung Drebkau im Jahre 2009 sollten schnell weitere Umgehungen folgen, um Lärmschutz für die Anwohner der B169 zu gewähren. Da vor 2030 kaum eine neue Ortsumfahrung in Sicht ist, streiten Anwohner und Landkreise um Lkw-Fahrverbot, Nachtfahrverbot oder Lärmschutzfenster. Von Christian Taubert

Wie soll Lärmschutz für die Anrainer an der Bundesstraße 169 gewährt werden? Die RUNDSCHAU hat nach dem Runden Tisch zum Thema am 11. Dezember in Klein Oßnig zur Online-Abstimmung aufgerufen und gefragt: Sind Sie für ein Lkw-Fahrverbot oder für ein Nachfahrverbot?

In der nichtrepräsentativen Umfrage haben sich nach nur fünf Tagen 283 User für ein generelles Lkw-Fahrverbot ausgesprochen. 20 der 303 Teilnehmer entschieden sich für ein Nachfahrverbot.

Am Runden Tisch mit Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) war vonseiten des Landes, der Wirtschaft und des Landkreises Spree-Neiße auf passiven Lärmschutz durch den kostenfreien Einbau von Lärmschutzfenstern gedrängt worden. Die Interessengemeinschaft (IG) B169 der Betroffenen aus Klein Gaglow, Klein Oßnig, Neupetershain, Lindchen und Allmosen lehnt dies jedoch ab. Per Gericht war ihnen bestätigt worden, dass der Lärm von 1000 Lkw täglich ihre Grundstücke praktisch enteignet.

„Wir wollen Lkw-Nachtfahrverbot“, hatte der Vorsitzende der IG B169 Gerhard Düring eine Zielmarke für die Kompromisssuche beim nächsten Runden Tisch in einem halben Jahr genannt. Vor allem der Transit-Schwerlastverkehr meidet die Autobahnen A 13 und A 15 über das Spreewalddreieck und kürzt zum Ärger der Anwohner gut 30 Kilometer über die Bundesfernstraße ab.

Unterdessen bestätigte der Landrat von Spree-Neiße, Harald Altekrüger (CDU), in seiner Bilanz 2017, dass der vor Gericht durchgefallene Bescheid zurzeit in der Endabstimmung sei. „Wir favorisieren passiven Lärmschutz“, sagte der Landrat am Montag in Forst. Das Land hatte am Runden Tisch dargestellt, dass bis zum Bau von weiteren Ortsumfahrungen gut acht bis zehn Jahre vergeben werden.