In mehrjähriger Arbeit wurden rund um den als "Liegender Eiffelturm der Lausitz" bezeichneten Stahlkoloss Straßen, Wege und Plätze angelegt, teilte das Umweltministerium in Potsdam gestern mit. Außerdem entstanden eine Besucherinformation und Infotafeln, zudem wurde Büsche und Bäume am Rande der früheren Kohlegrube gepflanzt. Umweltminister Dietmar Woidke (SPD) will kommenden Montag das Vorhaben offiziell übergeben.
Das Agrar- und Umweltministerium unterstützte die Umgestaltung der Anlage zu einem Besucherbergwerk nach eigenen Angaben mit rund 2,6 Millionen Euro. Die F 60 am Ufer des künftigen Bergheider Sees gilt als das Flaggschiff der Internationalen Bauausstellung (IBA) Fürst-Pückler-Land, die mit ihren Projekten von 2000 bis 2010 eine lebenswerte Landschaft nach dem Braunkohlebergbau in der Niederlausitz anstrebt.
Seit Mai 2002 können sich Touristen das weltgrößte derartige Industriedenkmal ansehen. Die F 60 erhielt gut ein Jahr später eine Licht- und Klanginstallation. Die Gemeinde Lichterfeld-Schacksdorf hatte die Förderbrücke 1998 in ihr Eigentum übernommen. Sie entwickelte die Anlage gemeinsam mit dem Bergbau-Sanierungsträger LMBV und der IBA zu einem Tourismusmagneten, der jährlich Zehntausende mit Kulturveranstaltungen anzieht. Bis nächstes Jahr sollen noch Bademöglichkeiten, Sport- und Erholungseinrichtungen sowie Grünflächen entstehen.
Die in Lauchhammer (Oberspreewald-Lausitz) gebaute Förderbrücke war in Lichterfeld nur gut ein Jahr bis Juni 1992 in Betrieb, dann wurde der Tagebau Klettwitz-Nord stillgelegt. Der F60-Komplex war mit einer Länge von 502 Metern und einem Gewicht von 13 500 Tonnen die größte bewegliche technische Anlage der Welt. Sie konnte mithilfe von angeschlossenen Baggern 60 Meter Erde über der Kohle abtragen und auf der anderen Seite des Flözes abkippen. (dpa/mb)