Anschließend habe sich der Verfassungsschutz bis 2010 wiederholt dagegen entschieden, die Betroffenen zu informieren und den Prozess damit abzuschließen. Die Behörde wollte sich laut Ulbig damit die Möglichkeit für weitere Abhöraktionen offen halten. Die Fraktionen von Linken, SPD und Grünen forderten Aufklärung und verlangte von Ulbig eine Erklärung im Landtag.

Die Zeitung "Die Welt" hatte am Wochenende unter Berufung auf geheime Akten berichtet, die sächsischen Sicherheitsbehörden hätten eine im Mai 2000 in Gang gebrachte Abhörmaßnahme gegen die Rechtsextremisten erst im November 2010 förmlich abgeschlossen. Demnach seien die NSU-Neonazis Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt noch ein Jahr vor ihrer Enttarnung als gefährlich eingestuft worden.

Wie der sächsische Verfassungsschutz mitteilte, startete zwar im Mai 2000 eine Überwachungsaktion mit dem Namen "Terzett". Betroffen waren demnach Personen, die als mutmaßliche Unterstützer der drei flüchtigen Bombenbastler angesehen wurden. Die Maßnahme sei aber nach drei Monaten beendet worden, da keine Erkenntnisse zum Verbleib der drei Flüchtigen hätten gewonnen werden können.