Auf dem Gipfel würden "wichtige Gespräche unter der Überschrift ,Gemeinsam Verantwortung tragen für eine immer stärker vernetzte Welt'" geführt, sagte Merkel. Daneben gehe es auch um wirtschaftliche Fragen und sichere Seewege. Weiteres Thema sei die europäisch-asiatische Zusammenarbeit bei großen Katastrophen wie etwa bei der Seuche Ebola.

Wie erwartet dominierte zunächst der Ukraine-Konflikt den Asem-Gipfel. Russlands Präsident Wladimir Putin verschärft den Ton in der festgefahrenen Ukraine-Krise - ungeachtet einer Diplomatie-Offensive des Westens. Über US-Präsident Barack Obama und die amerikanischen Sanktionen gegen Moskau sagte Putin in einem Interview, es sei "schwer, ein solches Vorgehen anders als feindselig zu bezeichnen". Partner Russlands sollten einsehen, "dass Erpressungsversuche unvernünftig sind".

Putin warnte, Streit der Atommächte habe Folgen für die globale Stabilität. Am Rande des europäisch-asiatischen Gipfels (Asem) wollte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstagabend getrennt mit Putin und dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko in Mailand beraten und so eine große Verhandlungsrunde beider Seiten vorbereiten.

Mit dem Treffen am heutigen Freitagmorgen werden die direkten diplomatischen Bemühungen um einen Frieden in der Ukraine wieder aufgenommen, die mit Putin seit Monaten nur telefonisch laufen. Mit am Tisch sitzen neben Merkel, dem Kremlchef und Poroschenko der britische Premierminister David Cameron, der französische Präsident François Hollande, Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi und die Spitzen der EU.