Diesem Urteil schloss sich am Montag eine vor drei Jahren gegründete Arbeitsgruppe "Polizeibeobachtung" an - wenn auch mit Einschränkungen.

"Selbst in schwierigen und unübersichtlichen Situationen reagierte die Polizei in der Regel sehr besonnen und umsichtig", teilte die Gruppe mit. Das Konzept der Zurückhaltung habe zu deutlich weniger Gewalt geführt.

Schwierige Situationen seien für die Polizei vor allem durch Entscheidung der Versammlungsbehörde entstanden, mehrere Aufmarschorte für die Neonazis zuzulassen. In Einzelfällen registrierten die Beobachter ein überhartes Vorgehen gegen Demons-tranten. Mitarbeiter des Ordnungsamtes Dresden hätten teilweise polizeiliche Aufgaben erfüllt und dabei den Eindruck erweckt, "mit diesem Einsatz stark überfordert zu sein".

Bei Schwierigkeiten hätten sie "in der Regel mit unverhältnismäßiger Aggressivität und Gereiztheit" reagiert, hieß es. "Deeskalierende Bemühungen waren aufseiten der Polizeibehörde der Stadt Dresden zu keinem Zeitpunkt erkennbar." Es stelle sich die Frage, ob man solche im Vergleich zur Polizei unzureichend ausgebildeten Mitarbeiter an einem solch sensiblen Tag für polizeiliche Aufgaben einsetzen sollte. Die Arbeitsgruppe wird von Politikern wie den Abgeordneten Kerstin Köditz (Linke) und Johannes Lichdi (Grüne) sowie Anwälten unterstützt.