In liebevoller Kleinarbeit hatte sich das Festkomitee auf das Jubiläum vorbereitet, hatte Themenmonate mit vielen Veranstaltungen organisiert, die noch bis zum Jahresende laufen. Höhepunkt sollte jedoch das Festwochenende mit Konzerten der Prinzen und Elaiza, mit großem Volksfest und vor allem dem Festumzug werden. Und das war es auch. 70 000 Besucher tummelten sich in der Innenstadt und folgten begeistert der Zeitreise beim Festumzug.

Ich konnte leider nicht persönlich dabei sein. Aber einige Erlebnisse nach dem Festwochenende haben mich nachempfinden lassen, wie toll es gewesen war. Nur äußerst selten ist mir in den Jahren bei der RUNDSCHAU passiert, dass Leser anrufen, um ihre Verzückung mitzuteilen. Einsame Spitze sei der Umzug gewesen, sie könne sich noch immer kaum beruhigen, hatte eine Leserin ins Telefon gerufen. Und auch der Moment, als mir der Forster Schausteller Frank Bereit mit Tränen in den Augen vom Auftritt seines Sohnes Steve "Charly" Weisheit auf dem Hochseil erzählte, führte zu Gänsehaut. Denn Steve hatte seine Schwester Jennifer, die das vorher nie wollte, ausgerechnet in der Heimatstadt Forst beim Jubiläum über das Seil getragen.

Doch auch ein äußerst trauriges Ereignis hat mich 2015 bewegt - der Tod unseres Kollegen Hartmut Landes. Er hatte noch begeistert vom Festwochenende mit vielen Bildern und Texten berichtet. Dann musste er zur Krebstherapie, und im November erfuhren wir, dass er nicht wiederkommen wird. Nur ein knappes Jahr haben wir uns gegenübergesessen - aber uns trotzdem täglich länger gesehen als die eigene Familie. Uns bleiben nun nur die Erinnerungen - und seine Bilder.