Die Präsidentenwahl solle in einem halben Jahr stattfinden, sagte die 59-jährige Otunbajewa bei ihrer ersten Pressekonferenz nach dem Umsturz. Die Übergangsregierung werde noch sechs Monate an der Macht bleiben, "um eine neue Verfassung vorzubereiten und eine Präsidentschaftswahl zu organisieren, die allen demokratischen Regeln entspricht", erklärte die frühere Außenministerin. Der bisherige Präsident Bakijew war am Mittwoch nach gewaltsamen Ausschreitungen von der Opposition gestürzt worden. Otunbajewa setzte sich selbst an die Spitze einer neuen "Regierung des Volkes", Bakijew flüchtete aus Bischkek. Nach Angaben von Otunbajewa kam er in seiner Heimatstadt Dschalalabad im Südwesten des Landes unter. Er versuche dort, seine Anhänger um sich zu scharen. Die Opposition bestehe aber darauf, dass er zurücktrete. Das Parlament sei aufgelöst worden, verkündete Otunbajewa. Vorerst werde die Übergangsregierung die Aufgaben des Parlaments und des Präsidenten übernehmen. Wie der von ihr eingesetzte Interims-Verteidigungsminister Ismail Issakow erklärte, steht auch die Armee hinter den neuen Machthabern. "Die Macht ist nun in der Hand der Regierung des Volkes", hatte Otunbajewa zuvor in einer Rundfunkansprache gesagt, in der sie die Bevölkerung zur Ruhe aufrief. Bei den Zusammenstößen zwischen oppositionellen Demons tranten und Sicherheitskräften waren am Mittwoch nach offiziellen Angaben mindestens 75 Menschen getötet worden, rund 1000 weitere wurden verletzt. Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin sagte ihr Hilfe aus Moskau zu. In einem Telefongespräch forderte Putin Otunbajewa auf, weitere Gewalt zu unterbinden. Nach Angaben des kirgisischen Oppositionsführers Omurbek Tekebajew sagte Putin Otunbajewa auch seine politische Unterstützung zu. Unterdessen schickte die Regierung in Moskau 150 Soldaten in das zentralasiatische Land. Nach Armeeangaben trafen die Fallschirmjäger auf dem russischen Luftwaffenstützpunkt in Kant bei Bischkek ein. Sie sollen demnach für die Sicherheit der dort stationierten Soldaten sorgen. Auch die USA haben in Kirgistan eine Luftwaffenbasis, die von der US-Armee und der NATO als Stützpunkt für den Afghanistan-Einsatz genutzt wird. Die Basis Manas nördlich von Bischkek bleibe geöffnet, versicherte Otunbajew a. AFP/roe