Eine überflüssige Ortsumgehung bei Lübben und eine verlustreiche Tropenhalle in Potsdam: Mit zwei Fällen ist Brandenburg im 43. Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler vertreten. Am Mittwoch legte Verbandspräsident Reiner Holznagel in Berlin die jährliche Auflistung vor - 133 Fälle bundesweit.

Beispiel Lübben: Beim geplanten Neubau der Ortsumgehung des Abschnitts der B87n sieht der Steuerzahlerbund eine Fehlinvestition von mindestens 55 Millionen Euro. Die Innenstadt werde kaum entlastet, heißt es. Und statt der angenommenen 12 000 Fahrzeuge täglich hatte eine automatische Verkehrszählung der Bundesanstalt für Straßenwesen lediglich 3346 Fahrzeuge und 517 Schwerlasttransporter ermittelt. Dennoch halte das Land an den Planungen fest, kritisierte der Steuerzahlerbund. Das ist Wasser auf die Mühlen der Bürgerinitiative Treppendorf: "Es handelt sich offensichtlich um einen ganz besonders krassen Fall von Fehlplanung und Steuerverschwendung", sagte BI-Sprecher Thomas Liebsch der RUNDSCHAU.

Ebenfalls als Millionengrab bezeichnete der Steuerzahlerbund die von der Stadt Potsdam geführte Tropenhalle Biosphäre. In dem anlässlich der Buga in Potsdam 2001 errichteten Gebäude sind derzeit 20 000 Tropenpflanzen und ein Schmetterlingshaus untergebracht.

Aber auch in Sachsen wird nicht gekleckert, sondern geklotzt: Chemnitz leistet sich eine Sitzbank für 61 000 Euro und in Grimma wurden 220 000 in die Sanierung eines Bahngleises investiert, das gar nicht regulär angefahren wird. Hintergrund Seite 10