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Uckermark-Terrorverdächtiger hat sich selbst radikalisiert

Ein Polizeibus steht am 30.05.2017 in Gerswalde (Brandenburg) in der Zufahrt zu einem Gelände der "GFB Gerswalde" (Gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung Brandenburger Kinder und Jugendlicher mbH). Ein 17-jähriger syrischer Asylbewerber wurde in einer Flüchtlingsunterkunft auf dem GFB-Gelände unter Terrorverdacht festgenommen, wie das Landesinnenministerium in Potsdam am 30.5.2017 mitteilte.
Ein Polizeibus steht am 30.05.2017 in Gerswalde (Brandenburg) in der Zufahrt zu einem Gelände der "GFB Gerswalde" (Gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung Brandenburger Kinder und Jugendlicher mbH). Ein 17-jähriger syrischer Asylbewerber wurde in einer Flüchtlingsunterkunft auf dem GFB-Gelände unter Terrorverdacht festgenommen, wie das Landesinnenministerium in Potsdam am 30.5.2017 mitteilte. FOTO: Paul Zinken (dpa)
Potsdam. Nach der Verhaftung eines 17-jährigen Syrers in der Uckermark am Dienstag dauern die Befragungen weiter an. Am Mittag nannte die Polizei weitere Details zum Terrorverdacht. bob/mit dpa

"Am gestrigen Tage ist der 17-Jährige durch Beamte des Landeskriminalamtes mehrere Stunden im Beisein seines Vormundes befragt worden", teilte die Pressestelle der Polizei am Mittwoch mit. "Nach bisherigen Erkenntnissen hat er sich in den vergangenen Monaten selbst radikalisiert."

Der Anfangsverdacht zur Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat sei gegeben. Ob sich dieser erhärtet, werde die weitere Ermittlung zeigen. Eine Entscheidung, wie es mit dem Verdächtigen weitergeht, soll am Nachmittag gefällt werden.

Von den sichergestellten Mobilfunktelefonen lässt sich bisher nur eines auswerten. Die beiden anderen sind laut Polizei defekt. "Die Auswertung des sichergestellten Tablets sowie des dritten Mobilfunktelefons dauert gegenwärtig an."

Am Dienstag hatten Spezialeinsatzkräfte der Polizei den Verdächtigen aus Gerswalde in Gewahrsam genommen. Der Asylbewerber soll erklärt haben, dass er in den "Heiligen Krieg" ziehe. Die Ermittler prüfen, ob der Jugendliche einen Selbstmordanschlag in Berlin plante.

"Es gab einen Brief an die Mutter, aus dem ganz unzweifelhaft seine Absicht hervorging", sagte Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD). Die Mitteilung sei per WhatsApp verschickt worden. Der Jugendliche kam zunächst nur zur Gefahrenabwehr in Gewahrsam.