Von Bodo Baumert

Würde man die Jugend entscheiden lassen, sähe das Europaparlament in der kommenden Legislaturperiode völlig anders aus. Das deutet sich zumindest bei der U18-Wahl an, bei der am Freitag Kinder und Jugendliche ihre Stimme abgeben konnten.

Mehr als 110 000 Minderjährige haben mitgemacht. Und ihr Ergebnis fällt eindeutig aus. Deutschlandweit würden die Grünen mit 28,82 Prozent klar stärkste Kraft unter den deutschen Parteien weiter. Fridays for Future und ihre Demonstrationen scheinen hier ein klare Bewegung ausgelöst zu haben. Weit abgeschlagen folgen SPD (14,98 Prozent) und CDU (12,74 Prozent). Die AfD kommt bundesweit auf 6,73 Prozent und liegt damit etwa gleichauf zu Linken, Liberalen und Tierschutzpartei.

Schaut man auf die Ergebnisse in Brandenburg, so bleiben auch hier die Grünen an der Spitze, mit 15,72 Prozent. Zweitstärkste Partei ist hier allerdings die AfD mit 13,47 Prozent. SPD und CDU reihen sich mit zwölf beziehungsweise zehn Prozent erst dahinter ein.

In Sachsen sieht das Bild ähnlich aus. Auch hier führen die Grünen mit 18,41 Prozent vor der AfD (14,29). Die Volksparteien schaffen es hingegen nicht einmal in den zweistelligen Bereich. SPD und CDU liegen sogar noch hinter den Linken. Aus der Oberlausitz beteiligten sich allerdings nur drei Wahllokale, die alle außerhalb des Verbreitungsgebietes der RUNDSCHAU lagen.

Insgesamt haben bei der U18-Wahl über 1000 Wahllokale Kinder eine Chance gegeben, ihr Votum abzugeben. Ein neuer Rekord. „Europa ist jungen Menschen offensichtlich ebenso wichtig wie ihre demokratische Teilhabe“, sagte Hetav Tek, stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Bundesjugendrings, der die U18-Wahl koordiniert.

Bundesjugendministerin Franziska Giffey (SPD) lobte: „Mit der U18-Wahl senden die Kinder und Jugendlichen uns Erwachsenen vor der Europawahl am 26. Mai ein wichtiges Signal: Nehmt uns ernst und lasst uns mitwirken.“