Die Nachricht verbreitete sich im Sommer in der Stadt Hoyerswerda wie ein Lauffeuer. Mehr als 30 000 Mal ist der Videoaufruf von Fernsehjournalist Jenke von Wilmsdorff auf Facebook angeklickt worden, über Tausende haben es mit "Gefällt-mir" markiert und unzählige Vorschläge eingebracht, welche sehenswerten Orte der Fernsehjournalist in der Region aufsuchen soll. Doch wo letztlich gedreht werden sollte, blieb geheim.

Der Wohnwagen, mit dem der Fernsehjournalist - bekannt durch die Dokumentationsfilmreihe des Fernsehsenders RTL das "Jenke-Experiment" - und sein Filmteam unterwegs waren, wurde an mehreren Stellen in der Stadt einen Tag zuvor gesichtet. Doch wie nun einen Promi ausfindig machen? Nach unbeantworteten Anfragen blieb nur noch, zum Hörer zu greifen und an den wichtigsten sehenswerten Orten der Region anzurufen. Die Zeit rannte, denn das Filmteam wollte sich bereits auf den Weg in die nächste Stadt machen. "Wer soll bei uns drehen?" oder "Nein, bei uns ist er leider nicht" waren die meist gegebenen Antworten nach unzähligen Telefonaten. Doch ein Glücksmoment ereilte mich, als Leuchtturm-Chefin Heike Struthoff aus Geierswalde nebenbei erklärte: "Na der Wohnwagen steht bei uns unten auf dem Parkplatz".

Sympathisch, sehr freundlich und dennoch unter Zeitdruck öffnete von Wilmsdorff die Wohnwagentür. Für einen schnellen Kaffee nahm er sich gern Zeit. Bei seiner Reise mit dem Wohnmobil ließ er sich von den "Menschen vor Ort treiben" und ging der Frage auf den Grund, was sind das für Städte, die sonst eher unbeachtet bleiben. Denn was kommt einem zum Beispiel in den Sinn, wenn im Süden Deutschlands an Hoyerswerda gedacht wird? Genau, Plattenbauten und die rassistischen Übergriffe 1991. Umso größer ist der Aufruhr in der Stadt, wenn mit Vorurteilen aufgeräumt werden soll.