Nach dem blutigen Terroranschlag im Badeort Sousse will Tunesien mit harter Hand gegen Extremisten vorgehen und Touristen besser schützen. Wie Innenminister Mohamed Najem Gharsalli ankündigte, sollen 1000 zusätzliche Sicherheitskräfte Urlaubsorte im Land bewachen. Die tunesischen Behörden ermittelten bis Sonntag die Namen von 18 der 38 Opfer, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. 14 von ihnen stammen aus Großbritannien. Unter den Toten ist mindestens ein Deutscher, eine deutsche Frau wurde verletzt.

Bei dem Attentäter handelte es sich nach bisherigen Erkenntnissen um einen 24-jährigen Studenten der Universität in Kairouan, einer Hochburg von Salafisten. Er wurde bei dem Angriff erschossen. Zu dem Anschlag bekannten sich Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in einer nicht verifizierbaren Twitter-Mitteilung. Tunesien will als Konsequenz aus dem Anschlag bis zu 80 Moscheen schließen, in denen zu Gewalt aufgerufen wird. Der Tourismusbranche des Landes droht nach dem Attentat ein massiver Einbruch.

Noch weitgehend unklar sind hingegen die Hintergründe der Bluttat von Lyon, wo am Freitag ein Attentäter ein Werk für Industriegase überfallen und seinen Chef enthauptet hatte. Der 35-jährige Yassin S. habe den Mord gestanden und Einzelheiten des Anschlag genannt, berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Ermittler.

Yassin S. machte den Angaben zufolge nach der Tat ein Selfie, ein Selbstporträt mit dem abgetrennten Kopf seines Chefs. Dieses übermittelte er über den Kurznachrichtendienst Whats-App an eine Handy-Nummer in Kanada. Die kanadischen Behörden bemühen sich, den Empfänger zu ermitteln. Politik Seite 7