Falls dies doch nötig werden sollte, würden sich die türkischen Streitkräfte mit den USA abstimmen, sagte der Generalstabschef, der zugleich erstmals öffentlich bestätigte, dass türkische Soldaten seit längerem im nordirakischen Grenzgebiet stationiert sind.
"Dieser Krieg ist nicht unser Krieg", sagte Özkök vor Journalisten in Diyarbakir. "Außer zur Selbstverteidigung werden wir in keinen heißen Konflikt eintreten." Ankara habe nicht die Absicht, dauerhaft eine Pufferzone im Nordirak einzurichten. Nur wenn die dort bereits stationierten türkischen Soldaten angegriffen und anderen möglichen "Bedrohungen und Gefahren" nicht Herr würden, behalte sich die Türkei vor, zusätzliche Truppen zu entsenden. Für die eigene Sicherheit sei der Türkei wichtig, dass es zu keinen größeren Flüchtlingsströmen komme und "Instabilität" vermieden werde, sagte Özkök. Ein möglicher Einmarsch türkischer Soldaten hatte in den vergangenen Tagen zu Spannungen zwischen Ankara und Washington geführt.
Auch die EU hatte die Türkei vor einem Kriegseintritt gewarnt. Jedes Eindringen türkischer Truppen nach Nordirak wäre "aus Sicht der EU unerwünscht", sagte EU-Erweiterungskommissar Günter Verheugen in Brüssel. Ein möglicher türkischer Einmarsch werde auch "in die Bewertung einfließen", die die Kommission 2004 über die Beitrittsreife der Türkei vorlegen werde. Zugleich attestierte die Kommission Ankara weiter Mängel bei den politischen Beitrittskriterien, so bei der Bekämpfung der Folter. Verheugen bestritt, dass seine Behörde die Einrichtung einer "Pufferzone" durch türkisches Militär auf irakischem Hoheitsgebiet bereits akzeptiert habe. Es wäre "ganz falsch" darüber zu spekulieren, wieviele Kilometer die Türkei eindringen dürfe, sagte Verheugen. (dpa/AFP/roe)