Die Brandenburger Unternehmen rechnen angesichts des türkischen Verfassungsreferendums am kommenden Sonntag (16. April) nicht mit Auswirkungen auf die Wirtschaftsbeziehungen zu dem Partnerland. „Wir vernehmen derzeit keine derartigen Zeichen“, sagte Jens Ullmann, Fachbereichsleiter International bei der Industrie- und Handelskammer Potsdam. Der Außenhandel mit der Türkei spiele für die Hauptstadtregion eine wichtige und wachsende Rolle. Ob die aktuelle Situation zu einem Rückgang des gegenseitigen Handelsautausches führe, könne er nicht beurteilen.

Bei dem Referendum können Wähler ihre Stimme für oder gegen die von Präsident Recep Tayyip Erdogan angestrebte Verfassungsänderung abgeben. Er strebt ein Präsidialsystem an, das seine Macht deutlich stärken würde.

Nach Angaben aus dem Brandenburger Wirtschaftsministerium sind die Ausfuhren märkischer Betriebe in die Türkei 2016 um 13,1 Prozent auf einen neuen Höchstwert von 200,5 Millionen Euro gestiegen. Die Türkei liegt damit auf Rang 16 der Liste der wichtigsten Exportländer Brandenburgs. Der Anteil an den märkischen Gesamtausfuhren beträgt 1,5 Prozent. Wichtigste Exportgüter waren Kunststoffe, elektrotechnische sowie pharmazeutische Erzeugnisse. Aktuelle politische Entwicklungen spiegelten sich in der Statistik nicht wieder, hieß es. So seien bei einem Handelsvolumen in dieser Größenordnung jährliche Schwankungen aufgrund unterschiedlichster Ursachen normal.