Als stellvertretender Premierminister wurde der Vorsitzende eines abtrünnigen Teils der Oppositionspartei "Bewegung für Demokratischen Wandel" (MDC), Arthur Mutambara, ins Amt eingeführt. Mehrere afrikanische Staatschefs nahmen an der Veranstaltung in Harare teil. Das Kabinett der gemeinsamen Regierung von MDC und Mugabes Zanu-PF soll am Freitag vereidigt werden. Tsvangirais MDC soll gemeinsam mit der Splitterpartei Mutambaras insgesamt 16 Ministerposten erhalten, darunter die Ressorts Finanzen, Gesundheit und Bildung. 15 Posten gehen an Mugabes Zanu-PF. Das Innenministerium, dem mehrfach die Verfolgung von Tsvangirais Anhängern vorgeworfen wurde, soll gemeinsam geführt werden. Tsvangirai hatte die Präsidentschaftswahlen 2008 offiziell mit knappem Vorsprung gewonnen. Nach einer Gewaltkampagne gegen ihn und seine Anhänger trat der 56-Jährige zur Stichwahl nicht an. Im September vergangenen Jahres vereinbarten Tsvangirai und der 84 Jahre alte Mugabe eine Teilung der Macht. Nach monatelangem Tauziehen über die Regierungsbildung konnten sie sich im Januar unter Vermittlung der südafrikanischen Staaten einigen. Die neue Regierung des einstigen Vorzeigestaates Afrikas sieht sich vielen Problemen gegenüber. Die Cholera-Epidemie breitet sich weiter aus. Bislang sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation 71 000 Menschen erkrankt. Seit Ausbruch der Krankheit im August 2008 gab es mehr als 3500 Tote. Die Wirtschaft des Landes liegt am Boden, die Arbeitslosenquote liegt bei über 90 Prozent. Die EU-Kommission in Brüssel begrüßte die Machtteilung in Simbabwe. "Alle Parteien in der Regierung müssen nun umgehend damit beginnen, die soziale und wirtschaftliche Situation zu verbessern", sagte Entwicklungskommissar Louis Michel. Er verwies darauf, dass die EU der wichtigste Geldgeber Simbabwes in der Entwicklungshilfe sei. dpa/roe