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Tschetschene gesteht Tötung seiner Frau

Eine Strafprozessordnung steht im Landgericht in Cottbus auf dem Tisch. Foto: Oliver Mehlis/Archiv
Eine Strafprozessordnung steht im Landgericht in Cottbus auf dem Tisch. Foto: Oliver Mehlis/Archiv
Cottbus/Senftenberg. Ein 32-jähriger Tschetschene, der sich seit Mittwoch wegen Mordes vor dem Landgericht Cottbus verantworten muss, hat die Tötung seiner damals 27-jährigen Ehefrau eingeräumt. sim

In einer von seinem Anwalt verlesenen Erklärung schilderte er die Bluttat, die sich im vorigen November in Senftenberg ereignet hat, jedoch als Affektgeschehen ohne Tötungsabsicht.

Laut Anklage hatte Rashid D. in der Wohnung aus Eifersucht auf seine Frau 19 mal mit einem Klappmesser eingestochen. Dabei wurde nicht nur ihre Lunge, sondern auch der rechte herzbeutel getroffen. Schon an diesen Verletzungen wäre die Frau gestorben, so Staatsanwalt Martin Mache beim Verlesen der Anklage. Ihr Mann habe die Frau dann jedoch aus dem Fenster in der ersten Etage gestoßen und sei ihr dann hinterher geeilt. Auf der Straße habe er den Kopf der bereits tödlich Verletzten an den Haaren nach hinten gezogen und der Frau die Kehle durchgeschnitten.

Rashid D. ließ über seinen Anwalt erklären, dass er nicht in Tötungsabsicht auf seine Frau eingestochen habe, sondern um sie zu "bestrafen und einzuschüchtern". Er sei vor Eifersucht rasend gewesen. Aus dem Fenster sei die Frau selbst gesprungen. Den Kehlschnitt habe er ausgeführt, könne sich jedoch nicht mehr erklären, warum.

Das Ehepaar hat fünf gemeinsame Kinder, die bei der Tat in der Wohnung anwesend waren. Sie leben inzwischen bei den Großeltern in Tschetschenien. Die Familie war im Mai 2016 über Polen nach Deutschland eingereist und hatte Asyl beantragt. Ihr stand im Herbst 2016 die Abschiebung zurück nach Polen unmittelbar bevor.