Der tschechische Zoll beklagt einen neuen Trend beim Drogenschmuggel. Rauschgifte und Grundstoffe zu deren Herstellung würden immer öfter per Post oder mit Kurierdiensten verschickt, sagte der stellvertretende Zolldirektor Robert Slachta der Zeitung „Lidove noviny“. Es geht dabei um Heroin, Kokain sowie das gefährliche Methamphetamin Crystal, das im Grenzgebiet Tschechiens produziert wird und seit Jahren auf dem Vormarsch in der Lausitz ist.

Dem Bericht zufolge ist es für die Behörden schwer, die Absender solcher Sendungen ausfindig zu machen. Die Empfänger würden die Drogen anonym im Darknet, dem verborgenen Teil des Internets, bestellen. Wie das Blatt unter Bezug auf eine Behördenquelle berichtete, reichen die Mengen von wenigen Gramm bis hin zu mehreren Tonnen – letzteres etwa bei einem Fall von Kokain, das in einer Lieferung von Hochspannungsleitungen versteckt gewesen sei.

Das Bundeskriminalamt hat bereits im vergangenen Jahr vor diesem neuen Trend gewarnt. „Der Postversand von Betäubungsmitteln ist eine unmittelbare Folge des zunehmenden Onlinehandels mit Rauschgift“, berichtet das BKA in seinem Lagebild Rauschgiftkriminalität. Die Zahl der erfassten Fälle, in denen Drogen per Post verschickt wurden, sei binnen eines Jahres um 50 Prozent gestiegen.

Das deckt sich mit den Erkenntnissen des tschechischen Zolls. Die Zahl der sichergestellten Sendungen sei „riesig“ und steige immer weiter an. Ein Sprecher der tschechischen Post verwies darauf, dass es im Schengenraum, dem alle Nachbarstaaten des Landes angehören, in der Regel keine Grenzkontrollen gebe.

In Brandenburg blieben Drogen ein zentrales Problem.