Noch vor einigen Wochen sah alles danach aus, dass Skiurlaub in Tschechien in der Saison 2021/2022 wieder möglich ist. Zwar mit strengen Regeln in den Liften, Gondeln und auf der Piste, mit 3G oder 2G, aber immerhin. Nun hat Deutschland Tschechien allerdings wegen der hohen Corona-Zahlen im Nachbarland zum Corona-Hochrisikogebiet erklärt. Das hat vor allem für die Rückreise nach Deutschland Konsequenzen.
  • Was wird aus dem Skiurlaub in Tschechien?
  • Kann man Urlaub im Hochrisikogebiet kostenlos stornieren?
  • 2G oder 3G: Was gilt für den Tourismus in Tschechien?

Ist Skiurlaub im Corona-Hochrisikogebiet Tschechien möglich?

Egal ob Spindlermühle oder Keilberg – viele Menschen haben den Skiurlaub in Tschechien bereits gebucht. Nun dürfte die Hochstufung fast ganz Tschechiens zum Corona-Hochrisikogebiet manche Wintersportler und Wintersportlerinnen verunsichern. Grundsätzlich ist es so, dass Urlaub in Tschechien möglich ist. Für die Einreise gilt:
  • Tschechien stuft Länder je nach Infektions- und Testrate in Kategorien ein. Deutschland liegt derzeit in der roten Kategorie.
  • Wer einreisen will, braucht einen negativen PCR-Test, der nicht älter als 72 Stunden ist
  • Zwischen dem fünften und siebten Tag nach Einreise muss eine zweite PCR-Testung vorgenommen werden.
  • Zudem ist eine Online-Einreiseanmeldung nötig
  • Geimpfte und Genesenen brauchen keinen Test, müssen sich aber auch digital anmelden
  • Für Kinder unter 12 Jahren sowie Grenzpendler und Grenzgänger entfällt die Pflicht zu Einreiseanmeldung und zum Test.

2G, 3G: Welche Corona-Regeln gelten in Tschechien für den Skiurlaub?

Hotels und Restaurants in Tschechien haben laut dem Auswärtigen Amt für Geimpfte, Genesenen und Getestete geöffnet. Es gelten die 3G, Ungeimpfte können also beherbergt werden. Vor einigen Wochen hieß es vom Verband der Skilift- und Seilbahnbetreiber in Tschechien, dass für den Skibetrieb 3G-Regeln sowie verstärkte Hygienemaßnahmen vorgesehen sind. Auch in der Gastronomie gilt 3G. In öffentlichen Verkehrsmitteln muss eine medizinische Maske getragen werden. Das wird dann wohl auch für den Liftbetrieb gelten.

Rückreise aus Tschechien: Was gilt bei der Heimkehr aus einem Hochrisikogebiet?

Wer aus einem Hochrisikogebiet zurück nach Deutschland reist, für den gilt Folgendes:
  • Geimpfte, Genesene, Ungeimpfte und Kinder unter 12 brauchen eine digitale Einreiseanmeldung.
  • Ungeimpfte brauchen zusätzlich einen negativen Corona-Test
  • Quarantäne: Ungeimpfte müssen für 10 Tage in Quarantäne, diese kann nach 5 Tagen verkürzt werden. Kinder unter 12 Jahren müssen für 5 Tage in Quarantäne.

Urlaub im Hochrisikogebiet Österreich: Was gilt beim Stornieren?

Individualreisende müssen sich selbst absichern

Karolina Wojtal vom Europäischen Verbraucherzentrum stellt klar: Die Einstufung als Hochrisikogebiet hat erst einmal keine Auswirkungen auf Touristen, die ihren Urlaub ohne Veranstalterhilfe selbst gebucht haben. Ein Recht auf kostenlose Stornierung der Unterkunft ergibt sich dadurch nicht. Es gibt laut der Expertin nur zwei Ausnahmen:
  • Erstens gibt es dann eine Ausnahme, wenn die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Anbieters - ob Hotel oder Ferienwohnung - ausdrücklich etwas anderes vorsehen, zum Beispiel ein kostenloses Stornorecht bis kurz vor Abreise. „Falls nicht, muss ich auf die Kulanz des Anbieters hoffen“, sagt Wojtal. Individualtouristen müssen bei der Buchung also immer selbst auf gute Stornobedingungen achten.
  • Zweitens ergäbe sich ein Stornierungsrecht, falls Tschechien oder eine Region im Land ein offizielles Beherbergungsverbot aussprächen. „Denn in diesem Moment kann das Hotel den Vertrag nicht erfüllen“, erklärt Wojtal. „Sind Anreise und Unterbringung möglich, selbst wenn es unter Quarantäne-Bedingungen wäre, müssen Urlauber zahlen.“
Gleiches gilt für Flugtickets: Startet die Maschine, können sich Reisende individuell gebuchte Tickets nicht einfach erstatten lassen.

Bei Pauschalreisen entscheidet der Einzelfall

Und wie sieht es für Pauschalurlauber aus? Wird ein Land zum Hochrisikogebiet, spricht das Auswärtige Amt eine Reisewarnung aus. In der Zeit vor Corona war eine solche Warnung ein deutlicher Hinweis auf das Vorliegen außergewöhnlicher Umstände. Daraus ergab sich in der Regel für Veranstaltergäste das Recht, kostenlos zu stornieren.
Doch die Lage ist heute anders: „Ob nach über einem Jahr Pandemie noch ein außergewöhnlicher Umstand vorliegt, wenn ein Land nach der Buchung zum Hochrisiko- oder Virusvariantengebiet wird, ist bisher nicht höchstrichterlich geklärt“, sagt Wojtal. Die Frage stellt sich auch, wenn ein Land auf eine 2G-Regelung umstellt.
Aufgrund der unklaren Rechtslage rät die Expertin Betroffenen, die auf eine Reise in ein Hochrisikogebiet verzichten wollen, mit ihrem Veranstalter eine gütliche Einigung zu suchen. Oder einen Flextarif zu buchen, der eine Stornierung oder Umbuchung ohne Angabe von Gründen ermöglicht. Oft zeigten sich Anbieter kulant und ermöglichen etwa kostenlose Umbuchungen auf andere Ziele oder Reisezeiträume.
Ebenfalls wichtig: Die Reise muss ohnehin unmittelbar bevorstehen, also maximal vier Wochen in der Zukunft liegen. Nur dann ist relativ absehbar, ob weiterhin außergewöhnliche Umstände vorliegen dürften, wenn der Reisende sich auf den Weg in den Urlaub macht. „Liegt die Reise noch weiter in der Zukunft, kommen die normalen Stornogebühren auf den Reisenden zu, falls er sich jetzt schon zum Rücktritt entschließt“, erklärt Wojtal. Besser also ist: abwarten.