Ein Kauf könnte über die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft Mibrag in Sachsen-Anhalt erfolgen, die bereits über das Tochterunternehmen EP Energy der Holding (EPH) gehört.

"Die Mibrag hätte selbstverständlich Interesse", sagte EPH-Sprecher Daniel Castvaj am Dienstag in Prag. Die Mibrag könne mit der "vollen Unterstützung" der tschechischen Eigner rechnen. Noch sei es aber verfrüht, von Übernahmeplänen zu sprechen. Die Mibrag fördert jährlich rund 20 Millionen Tonnen Rohbraunkohle, die überwiegend in den Kraftwerken Lippendorf und Schkopau zur Stromerzeugung eingesetzt werden.

Die EPH gilt als finanzstarke und strategisch agierende Unternehmensgruppe, die im Bereich Energieerzeugung investiert. In der tschechischen Republik ist EPH nach eigenen Angaben der zweitgrößte Energieerzeuger und größte Wärmelieferant. Zur Holding gehört auch eine polnische Steinkohlefirma.

EPH gilt in Fachkreisen schon länger als möglicher Käufer des Lausitzer Braunkohle-Geschäftes. Und anders als Vattenfall schämt sich EPH der Stromerzeugung aus Braunkohle nicht. Das macht die Internetpräsentation der Mibrag deutlich, wo von langfristigem und subventionsfreiem Abbau der Kohle und Versorgungssicherheit für Deutschland die Rede ist.

Dass Gespräche zwischen EPH und Vattenfall über den Kauf des Lausitzer Reviers schon stattgefunden haben könnten, dafür spricht der angekündigte Zeitplan. Am Montag hatte der Deutschlandchef von Vattenfall, Tuomo Hatakka, bei einem Besuch in Cottbus angekündigt, dass in sechs bis neun Monaten ein Käufer gefunden sein soll. Für ein solches Geschäft ein eher enger Zeitrahmen.

Vattenfall wollte sich nicht dazu äußern, ob es bereits Gespräche mit der Mibrag oder dem tschechischen Konzern zu einem möglichen Verkauf gab. "Wir stehen noch ganz am Anfang des Prozesses", kommentierte ein Firmensprecher die Verkaufspläne. Die EPH-Holding gehört zwei tschechischen Multimillionären sowie einer slowakischen Investmentgruppe.