Von den Interessenten an der zum Verkauf stehenden Braunkohlesparte von Vattenfall in der Lausitz hat sich bisher nicht einmal eine Handvoll aus der Deckung gewagt. Ob es tatsächlich weit mehr unverbindliche Kaufangebote gibt, bleibt Spekulation. Die Offerten sollen zwar bis Weihnachten eingereicht werden. Doch Vattenfall äußert sich dazu ebenso wenig wie die Gewerkschaften. Denn das Bieterverfahren, aus dem die Umweltschutzorganisation Greenpeace ausgeschlossen wurde, soll nicht belastet werden.

Es ist dennoch nicht auszuschließen, dass hinter dem Mantel der Verschwiegenheit ein Käufer an die Öffentlichkeit tritt, der den Vorstellungen der Schweden am nächsten kommt. Zurzeit dürften es eher "Nebelkerzen" sein, wenn mit Verweis auf den deutschen Energiekonzern Steag von einer "niedrigen dreistelligen Millionensumme" als Kaufangebot berichtet wird. Zum einen soll sich der Wert der Kohle-Sparte von Vattenfall zwischen zwei bis vier Milliarden Euro belaufen. Zum anderen bliebe unbeantwortet, wer bei einer solchen Steag-Offerte die auf 1,1 Milliarden Euro festgesetzten Renaturierungsverpflichtungen übernehmen sollte.

Sein Angebot für den Kauf der Tagebaue sowie der Kraftwerke von Vattenfall im Osten hat unterdessen der tschechische teilstaatliche Konzern CEZ in Prag bestätigt. Gleiches trifft auf die tschechischen Finanzinvestoren EPH und PPF zu. Zur EPH gehört bereits die Braunkohlegesellschaft Mibrag (Sachsen-Anhalt). Und zum Zirkel der ernsthaften Interessenten zählt nach eigenen Angaben die Czech-Coal-Gruppe des Milliardärs Pavel Tykac.

Bis zum Sommer 2016 soll der Verkauf abgewickelt werden. Insider gehen davon aus, dass parallel zu diesem Prozess auch die politischen Rahmenbedingungen für die künftig noch erforderliche Kohleverstromung in Deutschland abgesteckt sind.