Nach aggressiven Verbalattacken im Wahlkampf hatte der künftige US-Präsident Trump auf versöhnlichere Töne umgeschwenkt. So will er Obamas Gesundheitsreform doch nicht ganz kippen. Nach seinem Amtsantritt aber will er in der Ausländerpolitik hart durchgreifen und bis zu drei Millionen Menschen ohne gültige Dokumente ausweisen. Dies seien Kriminelle, Drogendealer und Bandenmitglieder, sagte Trump in seinem ersten Fernsehinterview nach seiner Wahl dem Sender CBS. "Wir schaffen sie außer Landes, oder wir sperren sie ein."

Nachdem die Grenze wieder sicher sei und sich alles normalisiert habe, werde eine Entscheidung getroffen, was mit anderen Menschen ohne gültige Dokumente geschehe, sagte Trump, ohne Mexiko direkt zu erwähnen. Er sprach in diesem Zusammenhang von "wunderbaren Menschen". Insgesamt halten sich in den USA nach Schätzungen elf Millionen illegal auf.

Trump hält mit Abstrichen auch am umstrittenen Mauerbau an der Grenze zu Mexiko fest. "Ja", er wolle eine Mauer bauen, sagte Trump dem Sender und fügte hinzu: "In gewissen Bereichen ist eine Mauer mehr angebracht. Ich kenne mich damit sehr gut aus, es heißt Bau." In einigen Gebieten könnte es "etwas Einzäunung" geben.

Inzwischen steht fest, wer als Stabschef im Weißen Haus entscheidet, wer Zugang zum Präsidenten bekommt: Trump entschied sich für den Parteivorsitzenden Reince Priebus.Politik Seite 7