Direkt nach seiner überraschenden Wahl zum US-Präsidenten wird Donald Trump von anderen Staatenlenkern in die Pflicht genommen. Aus Berlin und anderen Hauptstädten wurden ungewöhnlich konkrete Erwartungen und Bedingungen an den Populisten gerichtet.

Der hatte mit vollmundigen Wahlkampfversprechen bei seinen Landsleuten gepunktet und ausländische Spitzenpolitiker verprellt. Die unterlegene Kandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, gratulierte Trump zum Wahlsieg. Der scheidende Präsident Barack Obama lud seinen designierten Nachfolger zu einem Treffen am Donnerstag ins Weiße Haus, um ihn über die eigenen Pläne für den Übergang zu informieren.

Nach seinem Triumph über Hillary Clinton regiert der Republikaner von Januar an die größte Wirtschafts- und Militärmacht der Welt. Dank des Doppelsiegs seiner Republikaner in beiden Kongresskammern kann Trump politische Vorhaben zudem womöglich ohne große Gegenwehr durchsetzen.

Nach einem der schmutzigsten und polarisierendsten Wahlkämpfe der US-Geschichte sagte Trump in seiner Dankesrede vor Anhängern in New York, er wolle das - tief gespaltene - Land nun einen. Den Menschen anderer Länder biete er die Partnerschaft der USA an, nicht ihre Feindschaft.

Im Rest der Welt war dieses - von den wenigsten Meinungsforschern erwartete - Szenario mit großer Sorge gesehen worden. Befürchtet wird, dass Trump Vereinbarungen wie das Atomabkommen mit dem Iran, den Pariser Klimavertrag und Freihandelsvereinbarungen aufkündigt.