Dem Dresdner Finanz-Staatssekretär Hansjörg König habe sie am Freitag verdeutlicht, "in welcher Sondersituation wir uns nach diesen neu geschaffenen Tatsachen befinden".

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD), der die Situation der seit Jahren auf gepackten Koffern sitzenden Lausitzer kennt, hat bereits darauf gedrungen, dass geschlossene Verträge eingehalten werden müssen.

Die Welzower Bürgermeisterin Birgit Zuchold (SPD) bezeichnet die Leag-Ankündigung, bis 2020 über eine Tagebauerweiterung zu entscheiden, "als eine solche Zerreißprobe für uns, was kaum noch auszuhalten ist". Für die Bürger in Proschim und im Welzower Wohngebiet V bedeute dies weitere drei Jahre Ungewissheit.

Als längst überfälligen Schritt hat der Bürgermeister von Schenkendöbern (Spree-Neiße) Peter Jeschke (CDU) die Leag-Entscheidung zur Absage an einen Tagebau Jänschwalde-Nord bewertet. Damit seien Grabko, Kerkwitz und Atterwasch vor der Umsiedlung sowie Groß Gastrose und Taubendorf vor einer Randlage bewahrt worden. Zugleich forderte er, nach fast zehn Jahren "Leid und Unsicherheit" sollten neue Tagebaue im Landesentwicklungsplan ausgeschlossen werden. "Das ist uns die Potsdamer Landesregierung nach der jahrelangen Hängepartie schuldig", erklärte Jeschke.