Laut Justizministerium ist die Zahl der Verfahren zuletzt relativ konstant geblieben. 2008 wurden demnach landesweit 3190 neue Fälle registriert. 2007 waren es noch 3153, im Jahr zuvor aber noch 3630. Gefahr drohe, wenn in wirtschaftliche Turbulenzen geratene Unternehmen ihre jetzt in Kurzarbeit geschickten Beschäftigten entlassen sollten, sagte Gernert. Besonders häufig seien dann Mitarbeiter betroffen, die zuletzt eingestellt worden sind. "Da hat sich jemand vielleicht gerade wirtschaftlich konsolidiert und hat sich Geld geliehen", sagte Gernert. Wenn das Arbeitseinkommen dann wegfalle, könne dies größere wirtschaftliche Schwierigkeiten nach sich ziehen. Gernert warnte zugleich vor Panik. Vor dem Antrag auf Eröffnung eines Verfahrens zur Zwangsversteigerung seien die Banken hierzulande in aller Regel an einer gütlichen Einigung interessiert. Zudem seien in Deutschland nicht wie in den USA oder Großbritannien großflächig sogenannte faule Kredite ausgereicht worden. Der Bund deutscher Rechtspfleger hatte eine deutliche Mehrbelastung durch die Finanzkrise beklagt. Die Zahl der Insolvenzen und Zwangsversteigerungen sei stark angestiegen, gleichzeitig sei die Zahl der Interessenten stark zurückgegangen, hieß es. Die Entwicklung bestätigte Gernert für Brandenburg nicht. Seit längerer Zeit sei zum Beispiel zwar die Nachfrage nach Grundstücken zurückgegangen. An landwirtschaftlich nutzbaren Flächen bestehe dagegen seit Jahren großes Interesse. Entgegen dem bundesweiten Trend sei die Zahl der Zwangsversteigerungen und Insolvenzen auch am Amtsgericht Cottbus bislang noch nicht gestiegen, sagte Direktor Wolfgang Rupieper. "Es melden sich auch genügend Interessenten." An dem Amtsgericht, an dem eine der vier Brandenburger Insolvenzabteilungen angesiedelt ist, arbeiten etwa 37 Rechtspfleger. Landesweit sind es rund 520.