Es enthält die Eckpunkte, die spätestens seit der Regierungserklärung des Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich (CDU) im Mai bekannt sind. Erstens das Mantra von der sicheren und bezahlbaren Energie, die „Grundvoraussetzung für das Funktionieren unserer Infrastruktur und damit der gesamten Wirtschaft und Gesellschaft“ sei. Zweitens trage „die Verstromung der heimischen Braunkohle wesentlich zur Sicherheit und Wirtschaftlichkeit der Energieversorgung in Deutschland bei“.

Das Novum des Energieprogramms besteht in der Substanz darin, dass erstmals Energiepolitik und Klimaschutz mit einem „ganzheitlichen Ansatz“ vereint werden. Morlok sagt es so: „Energieeffizienz bedeutet gleichzeitig die Schonung wertvoller Ressourcen, die Minderung von Emissionen und eine Steigerung der Wirtschaftlichkeit.“ Neu ist diese Erkenntnis nicht, aber sie zeigt das aktuelle Problem sächsischer Energiepolitik. Die Braunkohle, auf der das Land sitzt, ließe sich infolge des Atom ausstiegs prima verkaufen, hat aber den Ruf des übelsten Klimakillers. Darüber lässt sich angesichts anhaltender Diskussionen über den Klimawandel auch mit wirtschaftlichen Argumenten nicht hinwegtäuschen.

Sachsens Staatsregierung muss an anderer Stelle beweisen, dass sie sich um gute Luft sorgt. Nämlich bei der Effizienz. „Am umweltfreundlichsten ist die Energie, die wir gar nicht erst verbrauchen“ – diesen Satz sagte Tillich bereits im Mai, und Kupfer wiederholte ihn. Die CO{-2}-Emmissionen sollen bis 2020 um 25 Prozent sinken.

Wer vom Energieprogramm Konkretes darüber wünscht, aus welchen Quellen künftig der Strom in die Steckdosen kommt, blättert vergeblich. Das soll laut Wirtschaftsminister Morlok der Markt regeln. Derzeit liege der Anteil der Erneuerbaren am Brutto-Stromverbrauch in Sachsen bei 17 Prozent.