Das regnerische Wetter der vergangenen Tage hat Wirkung gezeigt. Dreimal schon in dieser Woche waren alle 3000 Umkleideschränke bei Tropical Islands belegt. Dabei hätte die „Dom“ genannte freitragende Halle der Superlative noch Gäste aufnehmen können. Ein Engpass, den es bald nicht mehr geben soll, denn im Tropen-Badeparadies wird umgebaut. Schon jetzt gibt es überwiegend in den Nachtstunden erste Veränderungen. Richtig gebaut wird im November und Dezember. Dann bleibt der Freizeitpark bis zu den Weihnachtsfeiertagen geschlossen.
Geschäftsführer Ole Bested Hensing räumt am Beispiel der knappen Schränke ein, dass anfängliche Konzeptionen nicht immer dem Praxistest standgehalten haben: „Wir dachten zunächst, dass nicht alle Besucher auch baden wollen und dass sich die Gäste für die Gastronomiebereiche und für die Shows eher wieder umziehen.“ Doch alle die kommen, wollen ins warme Wasser. Auch an den Rutschen bilden sich manchmal Warteschlangen.
Mehr Schränke, mehr Rutschen, noch mehr Pflanzen, dazu eine tropische Saunalandschaft und mehr Beschäftigungsmöglichkeiten für Kinder ist deshalb das Ziel des jetzt in Gang kommenden Umbaus. Rund 23 Millionen Euro wird er kosten. Weitere neun Millionen braucht der Tropenpark in diesem Jahr für laufende Kosten und den Ausgleich von Verlusten.
Die sollen bis Ende 2008 der Vergangenheit angehören. Deshalb wird auch außerhalb des Domes weiter gebaut: Ein Campingplatz, Ferienhäuser, ein Hotel, insgesamt 5000 Betten. Die sollen dazu beitragen, die Besucherzahlen weiter zu erhöhen. In zwei Jahren will Tropical Islands die jetzt neu ermittelte Zielmarke von 1,25 Millionen Besuchern pro Jahr erreichen. Die sind notwendig, um kostendeckend zu arbeiten. Im vorigen Jahr waren es nur 975 000 Besucher. Siebzig Prozent davon kamen aus Brandenburg, Berlin und Sachsen. Etwa 300 Kunden machten bisher Gebrauch von dem neuen Angebot einer Jahreskarte.
In den kommenden Wochen werden, so die Ankündigung von Park-Chef Hensing, die notwendigen Bauanträge abschnittsweise für die genehmigungspflichtigen Teile der Umgestaltungen eingereicht. Parallel dazu liefen schon Bestellungen für Ausrüstungsgegenstände und Auftragsvergaben.
Optimistisch ist Ole Bested Hensing auch, was die noch immer ausstehenden 17 Millionen Euro Fördermittel des Landes Brandenburg angeht. „Wir rechnen in den nächsten Wochen mit dem Bescheid dafür, dann kann das Geld abgerufen werden.“
Die für die Überweisung geforderte Garantie von 501 Arbeitsplätzen kann Tropical Islands derzeit genau bis auf den letzten Job erfüllen. Hintergrund der Zahlungsverzögerung ist eine vom Land geforderte Bankbürgschaft für die Millionen, falls Tropical Islands Auflagen für die Finanzspritze nicht erfüllt oder insolvent würde. Die Bürgschaft, so Hensing, solle jedoch nicht nur die in Aussicht gestellten 17 Millionen umfassen, sondern auch eine Verzinsung. Gesamtsumme der geforderten Absicherung: 20 Millionen Euro.
Jetzt habe man sich mit dem Land auf eine Aufsplittung geeinigt, so Hensing. Für 18 Millionen werde es eine Bankbürgschaft geben, für zwei Millionen eine Sicherheit durch den Eigentümer von Tropical Islands, den britisch-malaysischen Konzern Tanjong. Die Zusage einer Bank sei da, nun werde nur noch an einer Formulierung für die Bürgschaft von Tanjong gefeilt.