Der Ort der Vertragsunterzeichnung war wohl mit Bedacht gewählt. Im zweiten Geschoss des weltmännisch wirkenden Hotel Concorde nahe des Kurfürstendamms in Berlin bewegten sich Damen und Herren verschiedener Nationalitäten über das Parkett des Konferenzsaals. Wechselweise auf Deutsch und Englisch führte ein Tropical-Islands-Pressesprecher durch das Programm. Auf dem Podium zelebrierten die Hauptakteure aus Dänemark, Malaysia und Deutschland den feierlichen Akt, unterzeichneten Papiere, dankten und beschenkten einander. Langwierige Verhandlungen hätten ein glückliches Ende gefunden, sagte Tropical-Islands-Geschäftsführer Ole Bested Hensing.
Erst auf Nachfrage der Medienvertreter jedoch wurde die Dimension des Feriendorf-Projekts deutlich. Für 650 Millionen Euro entstehen in fünf Jahren und drei Bauphasen 2000 Ferienhäuser, so Anders Stoltenberg, Aufsichtsratschef der dänischen Eske Group. Zunächst würden in der ersten Bauphase 375 Häuser gebaut, die zur Sommersaison 2009 einzugsfertig sind. Natürlich werde das Unternehmen, abgestimmt mit Tropical Islands, dabei alles an Landesfördergeld beantragen, was man nur beantragen könne. Das sei die Eske Group schon ihren Aktionären schuldig.
Ein enthusiastischer Bernd Muckenschnabel, Direktor des ebenfalls dänischen Ferienhaus-Vermarkters Novasol, führte aus, dass diese Häuser keine Dutzendware seien: Vom Bungalow bis zur Villa stünden die Gebäude verteilt im Wald, verfügten über 500 bis 800 Quadratmeter Grundstück und könnten vom Eigentümer individuell gestaltet werden. Die Bewohner würden in Ruhe für sich wie in einem Dorf leben können, mit dem Freizeit-Dom als belebten Dorfkern. Erwerben könnten die Häuser Privatpersonen oder Investoren. „Die Vermarktung der Betten übernehmen wir“ , erklärte Muckenschnabel. Novasol sei mit 15 000 Reisbüros sowie den wichtigen Autoklubs europaweit in Kontakt.
Muckenschnabel sprach von einem Trend in Deutschland, den er „Exotik der Nähe“ nannte. Die Deutschen entdeckten ihr eigenes Land als Urlaubsziel, fänden dabei aber kaum Ferienhäuser. „Das ist eine Marktlücke, in die wir hineinstoßen.“ Die Tropenwelt, der benachbarte Spreewald, die Nähe zu Berlin würden Tropical Islands künftig viele ausländische Gäste bescheren.

Weiteres Projekt im Seenland
Dabei haben Novasol und die Esko Group noch an anderen Standorten in Brandenburg viel vor. Neun Flächen haben die beiden Partner für Ferienhauslandschaften im Blick. Im Ruppiner Land entwickeln sie mit der Stadt Zehdenick eine Ferienhauslandschaft mit 600 Häusern. Im Lausitzer Seenland ist der Bau von 750 Ferienhäusern verteilt auf zwei Flächen geplant. „Aqua Casa“ nennt die Eske Group dieses Seenland-Projekt. Für das Western-Eldorado Templin in der Uckermark schließlich sollen 70 bis 90 Ferienhäuser gebaut werden.
Tanjong-Vorsitzender Dato Robert Cheim räumte ein, dass die Malaysier in Tropical Islands schon „viel investiert hätten“ , ohne dass die Tropenwelt bislang schwarze Zahlen schreibt. Doch seien die Zahlen schon viel besser geworden und eine Dorfsiedlung immer eingeplant gewesen. Jetzt allerdings müssten sich die Einkünfte erhöhen. Cheims Mann vor Ort, Tropical-Islands-Chef Ole Bested Hensing, ist da guter Dinge. Die 2007 gegenüber dem Vorjahr um ein Drittel auf knapp 700 000 gestiegene Besucherzahl werde sich noch einmal deutlich erhöhen, wenn das Dorf in fünf Jahren komplett steht. Hensing rechnet damit, dass 70 Prozent der 14 000 Betten belegt sein werden. Damit wäre der Dom voll ausgelastet – mit 1,5 Millionen Besuchern jährlich. Hensing geht von bis zu 250 zusätzlichen Mitarbeitern aus.
Beim Tourismusverband Spreewald freut man sich über den Schub für das Projekt Tropical Islands. Dies mache den Spreewald bekannter, so Geschäftsführer Peter Stephan. Tropical-Islands-Gäste seien mit dem Rad schnell im Spreewald und könnten den Fläming Skate nutzen. Tourismusverband, Tropical Islands und die Biosphärenreservatsleitung im Spreewald würden beim Marketing noch besser zusammenarbeiten.
Die Zahl der Betten in der Spreewald-Region von 13 000 auf 27 000 aufzustocken, fordere allerdings die gewerbliche und öffentliche Infrastruktur. „Das“ , so Stephan, „ist eine spannende Herausforderung, auf die sich jetzt alle einstellen können.“
Weitere Informationen zu Tropical-Islands erhalten Sie unter: www.lr-online.de/tropicalislands

Zum Thema Fakten und Zahlen zu Investor und Vermarkter
Novasol: Das dänische Unternehmen mit Hauptsitz in Kopenhagen hat nach eigenen Angaben 500 Mitarbeiter und Service-Büros in zwölf europäischen Ländern. Novasol vermittelt jährlich 1,2 Millionen Ferienhausgäste und neun Millionen Übernachtungen. Das Unternehmen hat 25 000 private Urlaubsdomizile in 21 europäischen Ländern im Angebot.
Die Eske Group hat ihren Hauptsitz im dänischen Naestved. Die Aktiengesellschaft hat ihren Ursprung in mehreren dänischen Bauunternehmen, die seit Jahren Einfamilien- und Freizeithäuser in Dänemark bauen. Sie wurde gegründet mit dem Ziel, im Ausland – zunächst in Deutschland – Grundstücke aufzukaufen und dafür Ferienhaus-Projekte zu entwickeln. Dabei, so das Unternehmen, werde eng mit Architekten, Ingenieuren und anderen Beratern zusammengearbeitet. In Brandenburg sind neun Projekte geplant.