Sie wünschen sich die grüne Steuer- und Bildungspolitik", sagte Trittin der RUNDSCHAU.

Gegen diese Positionen gebe es zwar "starken Gegenwind von einer sehr lautstarken Minderheit", räumte Trittin ein. "Aber wir werden bis zur letzten Minute in diesem Wahlkampf dafür kämpfen, dass diese gesellschaftliche Mehrheit mit einer starken grünen Stimme zur politischen wird."

An die Adresse der internen Kritiker meinte er: "Das Ergebnis wird nachher diskutiert. Grüne kämpfen jetzt in der ganzen Republik bis zur letzten Minute für mehr Klimaschutz und mehr Gerechtigkeit." Am Donnerstag hatte die schleswig-holsteinische Grünen-Chefin Ruth Kastner indirekt die Wahlkampfführung ihrer Partei kritisiert. "In der Steuerpolitik ist es uns nicht gelungen, deutlich zu machen, dass 90 Prozent der Bürger und Unternehmen entlastet werden und dass die Belastungen für die anderen moderat ausfallen", sagte sie in einem Zeitungsinterview.

Zuvor hatte auch der hessische Grünen-Chef Tarek Al-Wazir "kommunikative Probleme" beim Steuerthema als Hauptursache für das grüne Umfragetief beklagt. Im Gespräch mit der RUNDSCHAU nannte es der Mainzer Parteienforscher Jürgen Falter einen "Fehler, dass sich die Grünen auf einen Verteilungswahlkampf eingelassen hätten, anstatt ihre ökologische Kernkompetenz in den Mittelpunkt zu stellen".