Wie viele Trickstraftaten im Vorjahr in Sachsen angezeigt wurden, ist nicht separat erfasst.
Das LKA ermittelte solche Fälle aber in einer Sonderauswertung für 2001 und 2002. Demnach gab es in dieser Zeit 762 Trickstraftaten im Freistaat, davon waren 124 Trickbetrügereien und 638 Trickdiebstähle. Auch die Landeskriminalämter in den Nachbarländern Thüringen und Sachsen-Anhalt registrieren eine Vielzahl von betrügerischen Tricks.
Die Methoden der Kriminellen sind nach Worten Gerulls oft abgewandelte alte Tricks: Häufig schieben die Betrüger unterschiedliche Notlagen vor – wie gesundheitliche Probleme während einer Schwangerschaft –, um in die Wohnung zu gelangen und ihre vermeintlichen Helfer zu bestehlen. Aufgefallen sind nach Angaben des LKA im vergangenen Jahr erneut unseriöse Haustürgeschäfte mit Lederjacken und Teppichen sowie Betrügereien durch falsche Polizisten oder Firmenmitarbeiter.
Der mit 47 Prozent größte Anteil dieser Straftaten sei 2001/2002 im Bereich des Polizeipräsidiums Dresden zu verzeichnen gewesen. Die Präsidialbezirke Chemnitz und Leipzig waren mit 31 beziehungsweise 22 Prozent weniger stark betroffen.
Zwar nutzten die Betrüger vorwiegend die Gutgläubigkeit älterer Menschen, sagte Gerull. Ein Patentrezept, das vor einem Betrug oder Diebstahl schützt, habe das LKA jedoch nicht parat, sagte Gerull. Ein paar Grundregeln gibt es aber doch. Auf alle Fälle sollte man nie einen Fremden in die Wohnung lassen – auch nicht, wenn er hilfsbedürftig scheint. Für den Zweifelsfall rät Gerull, mit der Polizei Kontakt aufzunehmen. Trickbetrüger würden nach Einschätzung der Experten meist über ein ausgeprägtes Einfühlungsvermögen und schauspielerisches Talent verfügen. (ddp/ta)