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Traurige Aussichten: Der Pfarrgarten in Saxdorf droht zu verwildern

Karl-Heinrich Zahn (l.) und Hanspeter Bethke in ihrem Pfarrgarten, der mit seiner Schönheit Besucher fasziniert.
Karl-Heinrich Zahn (l.) und Hanspeter Bethke in ihrem Pfarrgarten, der mit seiner Schönheit Besucher fasziniert. FOTO: nlz/Böckelmann
Uebigau-Wahrenbrück. Ein botanisches Kleinod vor dem Aus: Der Saxdorfer Pfarrgarten im Landkreis Elbe-Elster hat akute Sorgen. Die Gründer sind beide mehr als siebzig Jahre alt, können nicht mehr weitermachen, und die Kreisverwaltung in Herzberg weiß auch keinen Rat mehr. Matthias Lanin

Sie kämpfen weniger enthusiastisch und sie laufen langsamer als früher. Die Gründer des Saxdorfer Pfarrgartens auf ihrem ewigen Kreuzzug im Namen des grünen Kleinods im südlichen Brandenburg, denn sie werden älter und obendrein verlieren sie ihren Optimismus. "Wir suchen dringend Unterstützung, sonst geht dieser Garten und seine wertvolle Pflanzensammlung den Bach hinunter", erklärt Hanspeter Bethke (78). 1967 hat er auf dem ein Hektar großen Areal den heute über die Ländergrenzen hinweg bekannten Garten angelegt.

Sein Freund, der Pfarrer Karl-Heinrich Zahn (73), hat aus dem Garten einen kulturellen Knotenpunkt des Elbe-Elster-Kreises gemacht. Doch nun hat es der eine an der Bandscheibe, der andere im Kreuz. Das Gehör lässt nach und die Konzentration. Bethke, seines Zeichens Maler und Restaurator, hat vor einigen Tagen den Kunstpreis des Landkreises erhalten, auch für die "Kulturoase Saxdorf". "Ein Garten, der durch Schönheit und Individualität jeden Betrachter fasziniert und ins Schwärmen geraten lässt", hieß es in der Laudatio.

Der Nachteil an diesem speziellen Lebenswerk sei aber, dass es kein statisches sei, dass dieses Lebenswerk nicht nur ein jährliches, sondern ein tägliches Tätigsein verlange. Mehr als 2500 verschiedene Pflanzensorten bilden hier gemeinsam und miteinander komponiert ein vergängliches Gesamtkunstwerk. "Das werden wir nicht mehr lange leisten können", erklärt Hanspeter Bethke, der sich am liebsten eine feste Stelle und eine Stiftung zum Erhalt des Gartens wünscht. "Oder jemand, der uns erklärt, wie man es richtig macht", sagt er. Obwohl der Ruf des Saxdorfer Pfarrgartens die nationalen Grenzen lange übersprungen habe, sodass er selbst Inhalt einer Oper eines niederländischen Komponisten wurde, kümmere sich der Landkreis wenig, wie Bethke formuliert.

Den Vorwurf möchte Dieter Jagode, Projektmanager im Kulturamt der Kreisverwaltung, nicht hören. "Wir lassen den Garten nicht fallen, aber eine Planstelle für einen Gärtner ist einfach nicht drin", erklärt er. Über die Jahre seien die Kulturveranstaltungen mit jeweils 3000 Euro gefördert worden und auch der Garten habe über ABM- und Bürgerarbeitsstellen Hilfe vom Elbe-Elster-Kreis bekommen. "Doch mehr können wir leider nicht machen. Uns sind politisch die Hände gebunden", sagt der Verwaltungsmitarbeiter mit echtem Bedauern. Selbst wenn man eine Stelle schaffen könnte, würde das dem Prinzip der Gleichbehandlung zuwider laufen, weil man nicht allen bedürftigen Vereinen diese Hilfe zukommen lassen kann, erläutert er. Das Kulturamt empfehle den beiden Saxdorfern deshalb, sich wirklich um private Gelder und eventuell eine Stiftung zu bemühen.

Weitere Informationen

unter www.saxdorf.de