Für die Gemeinde-Ehe stimmten 1530 Oberlungwitzer (45 Prozent), dagegen 1871 (55 Prozent). Die Beteiligung lag bei knapp 64 Prozent. Etwa 5300 Oberlungwitzer waren zur Abstimmung aufgerufen.

Der Oberbürgermeister von Hohenstein-Ernstthal, Erich Homilius (parteilos), sprach am Montag von einer vertanen Chance. „Ich glaube, dass nicht erfasst wurde, wie stark beide Städte zusammen für die Zukunft aufgestellt wären“, sagte Homilius. Er geht davon aus, dass in fünf oder zehn Jahren eine Gemeinde-Ehe per Gesetz erfolgen werde. „Da kommen wir gar nicht drumherum“, betonte er unter Verweis auf den vorhergesagten Bevölkerungsschwund.

Als Hauptursache für das Scheitern sieht Homilius die aus seiner Sicht unnötige Verknüpfung der Fusionsfrage mit dem künftigen Stadtnamen an. Als solcher war auf dem Abstimmungszettel „Sachsenring“ vorgeschlagen worden – wie die berühmte Rennstrecke im Ort.

Die neue Stadt hätte nach heutigem Stand knapp 22 000 Einwohner gehabt. Diese Größe entspräche auch dem kommunalen Leitbild der sächsischen Staatsregierung, wonach Gemeinden im Verdichtungsraum um Oberzentren wie Chemnitz mindestens 8000 Einwohner haben sollten. Derzeit verfehlt Oberlungwitz diese Größe.

Sachsen bezuschusst freiwillige Gemeinde-Ehen. Wäre sie im nächsten Jahr zustande gekommen, hätte der neue Ort eine „Hochzeitsprämie“ von einer Million Euro erhalten. Hinzu wären nach Ansicht der Befürworter dauerhafte Einsparungen etwa durch eine schlankere Verwaltung gekommen.