Der Bischof und Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Wolfgang Huber, sagte in seiner Predigt, Schönherr sei "über Jahrzehnte hinweg für viele Menschen zum Halt ihres Glaubens geworden". Der Theologe habe Gläubige in Ost und West zusammenhalten wollen und nach dem Ende der DDR davor gewarnt, "die SED-Herrschaft einfach als Unrechtsstaat zu bezeichnen". Brandenburgs Landtagspräsident Gunter Fritsch sagte über den Theologen Schönherr: "Seinem energischen und klugen Wirken für die Christen und ihre Gemeinden in der DDR ist es zu verdanken, dass die Kirche der einzige Ort war, an dem Andersdenkende und Oppositionelle eine Heimat finden konnten, was letztlich auch wesentlich zur politischen Wende im Herbst 1989 beitrug."Albrecht Schönherr starb Anfang März im Alter von 97 Jahren in Potsdam. Der Schüler des später ermordeten Theologen Dietrich Bonhoeffer gehörte in der NS-Zeit zur Bekennenden Kirche, die Teil des Widerstands gegen die Nazis war. dpa/han