Gedenken an die Getöteten: Im Laupheimer Rathaus trauert ein Mann vor den Porträts der Opfer des Absturzes.Die Festtagsfreude ist den Menschen im württembergischen Laupheim vergangen. Drei Männer aus ihrer Mitte sind am Samstag bei dem Absturz eines Bundeswehrhubschraubers nahe Kabul ums Leben gekommen: Ein 53 Jahre alter Hubschrauberpilot und zwei Soldaten im Alter von 24 und 28 Jahren. "Es ist, wie wenn aus dem Herzen der Stadt ein Stück herausgerissen worden wäre", sagte Bürgermeisterin Monika Sitter gestern bei einer Trauerfeier mit Angehörigen, Soldaten, Bürgern und Politikern im Laupheimer Rathaus.
Vor den Toren der Stadtverwaltung herrscht derweil vorweihnachtlicher Betrieb. Die Menschen sind mit den letzten Einkäufen für die Festtage beschäftigt. Doch die Stimmung ist nicht wie sonst. Unter der Trauerbeflaggung, die Landrat Peter Schneider am Wochenende angeordnet hatte, ist vielen das Mitgefühl ins Gesicht geschrieben. "Ich kannte keines der Opfer. Aber wir sind alle tief bestürzt", sagt der Laup-heimer Theo Miller. Er wohne in der Nähe des Flugplatzes und sei den getöteten Soldaten schon deshalb verbunden.
Die Bundeswehr ist mit über 1000 Arbeitsplätzen der größte Arbeitgeber am Ort. Irgendwie kennt fast jeder der 18 500 Laupheimer jemanden aus der nach dem ehemaligen Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger benannten Kaserne am Rande der Stadt. Das 1971 gegründete Heeresfliegerregiment nimmt mit dem Transporthubschrauber CH-53 bereits seit über zehn Jahren an zahlreichen Auslandseinsätzen teil: In den Lawinengebieten der Alpen, während des Golfkriegs zur Hilfeleistung für geflüchtete Kurden im Irak, auf dem Balkan oder während der Hochwasser-Katastrophen an Oder und Elbe - Tote gab es bisher nicht.
So ist Oberst Manfred Schmoldt tief bestürzt. Für seine Rede bei der Trauerfeier sucht der Regimentskommandeur lange nach Worten. Schließlich wendet er sich mit wenigen Sätzen an die Trauergemeinde: "Im Namen des Regiments Oberschwaben will ich mich für die umfangreiche Teilnahme bedanken. Sie gibt uns die Stärke, die wir brauchen, um den tragischen Unglücksfall überwinden zu können. Diese Stärke wollen wir weiter geben an die Angehörigen unserer Kameraden."