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Testfall für die Zukunft?
Transit-Schwerlaster auf der B 169 und neue Schlupflöcher

Cottbus. Ab Donnerstag ist die Ortsdurchfahrt Allmosen voll gesperrt. Lkw-Transitverkehr soll auf den Autobahnen 13 und 15 bleiben. Testfall für die Zukunft? Christian Taubert

Ab Donnerstagmorgen ist die seit Wochen strapazierte Geduld der Berufspendler auf der B 169 zwischen Cottbus, Senftenberg und Schwarzheide ein weiteres Mal gefragt. Mit den Sperrungen der Ortsdurchfahrten Allmosen und des Knotenpunktes Schorbus (siehe Grafik) müssen sie sich gleich zweimal auf Umleitungsverkehr und Stau einstellen. Für lärmgeplagte Anwohner der Bundesstraße, die am Mittwoch darüber in Klein Oßnig beim Radio-Talk aus der Reihe "radioeins und RUNDSCHAU Spezial" diskutieren, könnte es dennoch ruhiger werden.

"Für Schwerlastverkehr ist die Allmosen-Umleitung zwischen Lindchen und Großräschen nicht vorgesehen", erklärt Torsten Wiemer, Dezernatsleiter Bauüberwachung beim Landesbetrieb für Straßenwesen. "Der komplette Lkw-Transitverkehr wird aufgefordert, auf den Autobahnen 15 und 13 über das Spreewald-Dreieck zu fahren." Für diese verkehrsberuhigende Variante kämpfen die Anwohner der B 169 seit Jahren. In zwei Urteilen des Verwaltungsgerichtes Cottbus ist ihnen bescheinigt worden, dass die Kreise Spree-Neiße und Oberspreewald-Lausitz Lärmschutz gewähren müssen. Die Umsetzung der Urteile würde bedeuten, zumindest den Lkw-Transitverkehr - rund 90 Prozent der täglich 1000 Lkw - von der B 169 auf die Autobahn zu verbannen.

Die jetzt bevorstehenden Sperrungen sind deshalb eine Art Testfall, um zu ermitteln, was Transitlaster tun: Beiben sie auf den Autobahnen oder suchen sie Schlupflöcher, um Zeit, Kraftstoffkosten und Maut zu sparen?

Die Verkehrsbehörde des Oberspreewald-Lausitz-Kreises, der gegen das Gerichtsurteil Berufung eingelegt hat, will das genau wissen. Wie Thomas Gogolin, Sachgebietsleiter Verkehrslenkung beim Straßenverkehrsamt OSL, bestätigt, sei ein Auftrag zur Verkehrszählung ausgelöst worden. Dabei wird auf den L 54/55 zwischen Vetschau und Bronkow registriert, welche und wie viele Fahrzeuge die Abkürzung zwischen den Autobahnen nutzen. Die Zählung findet drei Tage lang vor der B 169-Sperrung und im August während der Baumaßnahme Allmosen statt.

Für die Berufspendler auf der B 169 hat Torsten Wiemer zumindest eine gute Nachricht: "Wir liegen voll im Plan. Ab 30. September soll es auf der Bundesstraße wieder freie Fahrt geben."

Zum Thema:
Der Streit um den Lärmschutz für Anwohner der Bundesstraße 169 und ein mögliches Lkw-Fahrverbot sind Themen einer öffentlichen Livesendung aus der Reihe "radioeins und RUNDSCHAU Spezial". Zu der Talk-Runde sind Interessierte am 19. Juli in die Gaststätte "Schön Oßnig" in Klein Oßnig eingeladen. Ab 19 Uhr diskutieren Jan Siegel (RUNDSCHAU) und Jan Vesper (radioeins) mit Anliegern, Politikern und Fachleuten.