Auf der Stirn von Weber zeichneten sich tiefe Sorgenfalten ab. Die 0:3 (0:0)-Heimniederlage gegen Borussia Dortmund II hatte ihn bis ins Mark getroffen. „Wir haben uns in der zweiten Halbzeit vorführen lassen“ , konstatierte er fast schon resignierend.
Dabei waren eigentlich die Bedingungen bereitet für den ersehnten ersten Saisonsieg. Ein Abendspiel unter Flutlicht, fast 900 Zuschauer im Stadion, ein ebenfalls noch siegloser Gegner und außerdem Cheftrainer Petrik Sander auf der Tribüne - mehr Motivation für die Youngster geht eigentlich nicht. Was unter dem Strich herauskam, war dürftig. „Wir haben nicht den Druck wie viele andere Mannschaften, am Saisonende unbedingt Zehnter werden zu müssen. Deshalb weiß ich nicht, wovor die Jungs Angst haben“ , rätselte Weber.
Vielleicht fehle den Spielern ja genau dieser Druck, sich unbedingt für die neue 3. Liga in der kommenden Saison qualifizieren zu müssen, mutmaßte der Coach. Als Erklärung für die schwache Leistung gegen Dortmund und den verpatzten Saisonstart taugt der Ansatz aber nur bedingt. Erst zwei Tore und drei Punkte in sieben Partien machen deutlich, dass die Probleme des FCE II vor allem im Offensivspiel liegen. Zudem ist die Mannschaft nach dem Umbruch in der Sommerpause noch längt keine geschlossene Einheit (siehe Kommentar). Ein couragierter Routinier wie Ronny Thielemann reicht nicht aus, um die Initiative an sich reißen zu können. Die meisten Neuverpflichtungen kommen nicht über die Rolle von Mitläufern hinaus. Deshalb packte Weber sein Team regelrecht bei der Ehre und kritisierte das seiner Meinung nach zu geringe Anspruchsdenken: „Wir haben keinen Spieler in unseren Reihen, der sich für den Profikader anbietet. Das ist absolut unverständlich. Einige Jungs müssen sich fragen: Was will ich in meiner Karriere eigentlich erreichen?“