Entweder mit der CDU, den Grünen oder den Linken. Andere Konstellationen scheinen schlicht nicht vorstellbar - mathematisch wie politisch. Oder etwa doch? Wer in Potsdam genauer hinschaut, erlebt, dass das Verhältnis zwischen CDU und Grünen in den vergangenen Monaten deutlich enger geworden ist. Immer wieder wurden gemeinsame Anträge mit gemeinsamen Pressekonferenzen vorgestellt, immer wieder auch sieht man die Spitzen der Fraktionen im freundlichen Gespräch.

Jüngstes Beispiel: Ein Gastbeitrag des Cottbuser Oberbürgermeisters Holger Kelch (CDU) in der Fraktionszeitschrift der Grünen. Darin kritisiert der CDU-Politiker die Pläne der Bundesregierung zu einer Klimaschutzabgabe - so, wie es vor ihm schon viele seiner Parteifreunde taten. Was das mit den Grünen zu tun hat? Kelch begrüßt nachdrücklich die grüne Forderung, einen Lausitz-Fonds zur Gestaltung des Strukturwandels in der Region einzurichten. "Dessen Ziel, Beschäftigte für neue Aufgaben zu qualifizieren, die kommunale In frastruktur zu stärken und die Wirtschaft bei einer nachhaltigen Ausrichtung zu unterstützen, ist der richtige Weg."

Freilich, noch sind alle Träume von Schwarz-Grün pure Zukunftsmusik. Rechnerisch sind beide Parteien von einer gemeinsamen Mehrheit weit entfernt - aber was nicht ist, kann ja noch werden. Zumindest, wenn es irgendwann in Brandenburg einmal eine Regierung ohne SPD-Beteiligung geben sollte.