In Gedenken an den Leidensweg Jesu Christi vor 2000 Jahren haben sich die Pilger im Fackelschein auf den Weg ins Zentrum der Ewigen Stadt gemacht. Am Gründonnerstag hatte der Papst die Osterfeiern mit der Weihung der heiligen Öle für Taufen und Firmung und der Fußwaschung eröffnet.
Der Ritus, bei dem Benedikt mehreren Priestern die Füße wusch, erinnert an die Geste des Religionsstifters Jesus von Nazareth kurz vor seinem Tod am Kreuz. Jesus hat nach biblischer Überlieferung seinen Jüngern zum Zeichen der Demut die Füße gewaschen. "Jedes Werk der Güte für einen anderen, besonders für die Leidenden und diejenigen, die wenig geschätzt werden, ist ein Dienst der Fußwaschung", erklärte Benedikt. "Dazu ruft uns der Herr auf: herabzusteigen, Demut zu lernen und den Mut zur Güte."
Wahrscheinlich mit Blick auf das kürzlich veröffentlichte "Judas Evangelium", wonach Judas kein Verräter von Jesus Christus, sondern eigentlich sein treuester Jünger gewesen sein soll, erklärte Benedikt: "Für ihn gibt es nur Macht und Erfolg, die Liebe zählt nicht." Judas sei "habgierig" und "ein Lügner" gewesen. "Er spielte ein doppeltes Spiel und brach mit der Wahrheit."
Bei strahlendem Sonnenschein sind zu den Osterfeiern zehntausende Gläubige in die Ewige Stadt gereist. Besonders rund um den Vatikan herrschte bereits am Gründonnerstag bunter Trubel. Auch in den kommenden Tagen soll das wolkenlose frühlingshafte Wetter anhalten.
Höhepunkt der Feiern ist der Ostersonntag, an dem Joseph Ratzinger 79 Jahre alt wird. Bei der Ostermesse wird der deutsche Papst auf dem Petersplatz den Segen "Urbi et Orbi" (Der Stadt und dem Erdkreis) sprechen. (dpa/kr)