Knapp zwei Wochen vor der Bundestagswahl hat der Tourismusverband Sächsische Schweiz (TVSSW) die Wähler in der Urlaubsregion zur Verteidigung der Demokratie aufgefordert.

"Wir stehen ja in dem Ruf, dass die NPD hier stark ist und die Wählerschaft auch nichtdemokratische Parteien wählt", sagte Verbandsgeschäftsführer Tino Richter. "Und wir wissen, dass der Tourismus dadurch Schaden nimmt." Deshalb sei es wichtig, dass die Menschen in der Region wählen gehen und sich für die freiheitlich-demokratische Grundordnung einsetzen. Es gebe immer noch politische Kräfte vor allem am rechten Rand des Spektrums, die den Rechtsstaat infrage stellten und die in der Sächsischen Schweiz aktiv seien, heißt es in einer Erklärung des TVSSW-Vorstandes. "Dem muss mit allen demokratischen Mitteln entgegengetreten werden."

Bei den vergangenen Bundestags- und Landtagswahlen hatte die NPD in der Sächsischen Schweiz immer über fünf Prozent und zum Teil zweistellige Ergebnisse erzielt.

In den vergangenen Jahren hätten politisch motivierte Gewaltdelikte und unverantwortliches Wahlverhalten dem nationalen und internationalen Ansehen der Region schweren Schaden zugefügt. "Wir distanzieren uns in aller Form von diesen Taten und dem dahinterstehenden Gedankengut und hoffen, dass sich diese Erkenntnis auch in unserer Heimat durchsetzt", so der TVSSW-Vorstand.

Der Schaden, der dem Tourismus durch die Rechtsextremen entstehe, lasse sich zwar nicht beziffern. "Wir merken es aber an den Reaktionen", sagt Richter. Gerade nach Wahlen häuften sich die Anfragen, beispielsweise von Deutschen, die mit ausländischen Partnern in der Sächsischen Schweiz Urlaub machen wollten. "Das geht schon in die Dutzende".

Auch für die Suche nach Arbeitskräften sei das rechte Image von negativer Bedeutung. "Es ist wichtig, ein Zeichen zu setzen und klare Kante zu zeigen", sagte Richter. Deshalb unterstütze der Verband auch die von der "Aktion Zivilcourage" initiierte Kampagne "Die Sächsische Schweiz ist bunt".